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Bilder aus Konzentrationslagern, Bilder des Holocaust haben über bestimmte Einzelszenen aus Spielfilmen oder Dokumentationen in das kollektive Gedächtnis Einzug genommen. Ein europäisches Projekt unter Zusammenarbeit des Fritz-Bauer-Instituts und des Deutschen Filminstituts will nun eine möglichst umfassende Online-Sammlung und Archivierung von Filmaufnahmen des Holocaust vornehmen.

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Der Holocaust in Bild und Ton

Das EU-Projekt „Visual History of the Holocaust" versammelt das gesamte audiovisuelle Originalmaterial, das bei der Befreiung der Konzentrationslager und der Entdeckung von Massengräbern aufgenommen wurde. Außerdem werden andere Filmaufnahmen referenziert, die im Zusammenhang des Holocaust stehen: jiddisches Kino, Filme, Filmaufnahmen bspw. von Geflüchteten in Palästina. Archive in Lettland, Belarus oder der Ukraine steuerten bisher unbekanntes Drehmaterial bei, das noch gesichtet wird.

Bildsprache des Holocaust (Foto: Pressestelle, Österreichisches Filmmuseum, Wien)
Gegenüberstellung zweier Bilder aus Billy Wilder / Hanuš Burgers: Die Todesmühlen und den Farbfilmen, die Hollywoodregisseur George Stevens in Dachau drehte Pressestelle Österreichisches Filmmuseum, Wien

Umfassendes Online-Archiv geplant

Die filmografischen Einträge, die auf eine Datenbank des Fritz-Bauer-Instituts zurückgehen, werden schließlich durch Interviews, Tagebuchseiten oder Fotos angereichert, aber auch mit TV-Serien, Graphic Novels und Memes verlinkt.

Zugänglich werden soll das Material dann über eine Plattform mit Suchfunktion, die 2022 online gehen soll. Dann können Nutzer*innen analysieren, wie die Bildsprache der Aufnahmen vom Genozid von damals heute nachwirkt.

Regelmäßig werden über die Seite des Projekts auch Informationsveranstaltungen und Vorträge zum visuellen Vermächtnis der nationalsozialistischen Völkermorde angeboten.

Geschichte Holocaust-Gedenktag 2021: Erstarken des Antisemitismus verhindern

Holocaust, Schoah, Porajmos: Der grausamen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten fielen vor allem Juden und Jüdinnen, Sinti*ze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke zum Opfer. Andere Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle, Zeugen Jehovahs und sogenannte Asoziale und Berufsverbrecher wurden ebenfalls systematisch verfolgt, gequält und ermordet. Ihrer und aller anderen Opfer der Nationalsozialisten – darunter auch politische Gefangene, Zwangsarbeiter*innen und Widerstandskämpfer*innen – wird seit 1996 am 27. Januar in Deutschland gedacht. Der Tag markiert die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee 1945 und ist seit 2005 auch weltweit Gedenktag der Opfer des Holocaust. 2021 steht er in Deutschland außerdem im Kontext des Festjahres „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.  mehr...

Dokumentation „Zeugen – Wie der Holocaust ins Fernsehen kam“: Auf den Spuren eines Interview-Projekts

Lange Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der deutschen Gesellschaft nicht offen thematisiert, was sich in den Konzentrationslagern abgespielt hatte. Das änderte die US-Serie „Holocaust“ 1979. Sie war der Beginn der deutschen Erinnerungskultur. Zwei Jahre später eine weniger bekannte, aber mindestens genau so wichtige Etappe: Das Erste sendete Interviews mit KZ-Überlebenden unter dem Titel „Zeugen – Aussagen zum Mord an einem Volk“. Die Serie waren nach langer Vorbereitung in Israel und Polen entstanden. 40 Jahre danach zeichnet eine Dokumentation diesen Weg noch einmal nach.  mehr...

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28.1.1979 Zuschauerreaktionen auf US-Fernsehserie „Holocaust“

28.1.1979 | Das Wort „Holocaust“ zog erst mit der gleichnamigen Serie 1979 in die deutsche Sprache ein – und das war nicht das einzige, was diese US-Serie bewirkte. Die Aufarbeitung und öffentliche Erinnerungskultur hat damals erst begonnen. Die Resonanz auf die Serie war überwältigend – aber auch gespalten, wie die Zuschauerreaktionen zeigen.  mehr...

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