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„In der Nachkriegszeit gab es eine Jugend, die auf der Suche war, die Schuld der Nazi-Zeit abzustreifen“, sagt der Filmemacher Jobst Knigge über die deutschen Anhänger*innen der Baghwan-Bewegung. Vielen hätten die politischen Versuche der 68er-Bewegung, sich mit der Nazi-Geschichte auseinander zu setzten, nicht ausgereicht. Sie hätten den Drang gespürt, „in sich selbst eine bessere Welt zu finden.“

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„Sehr viel Feiern, Tanzen, Sex“

In seiner Doku lässt Filmemacher Jobst Knigge Baghwan-Anhänger*innen berichten, was sie an dem indischen Guru fasziniert habe. Bewerten wolle er den Personenkult um Baghwan und den Glauben, dass ein Mensch die Wahrheit gepachtet hat, dabei nicht, sagt Knigge in SWR2.

Die Aura des Gurus Baghwan habe einen Großteil der Faszination ausgemacht, außerdem die ganze Atmosphäre darum herum: „Sehr viel Feiern, sehr viel Tanzen, sehr viel Sex“. Das sei wie ein Magnet gewesen.

Vieles von dem, was Baghwan gelehrt habe, wirke noch nach, sagt Jobst Knigge, angefangen bei „Meditationen, Yoga und vegetarischer Ernährung, alles Dinge, die heute auch Banker machen, bevor sie ins Büro gehen.“

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