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Der Romanautor David Schalko war schon Werbetexter, Regisseur von Musikvideos und Sexkolumnist. Bei den Berlinale Series ist er mit einem außergewöhnlichen Projekt dabei: „Ich und die Anderen“. Tom Schilling spielt darin einen Mann auf der Suche nach sich selbst. Dazu hat er jeden Tag einen Wunsch frei, um sein Umfeld nach seinem Willen zu manipulieren. Und es ist wie so oft mit dem Wünschen - glücklicher wird er dabei nicht.

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Tom Schilling auf der Flucht vor der Zukunft

Abgefahren - das ist das erste, was einem bei dem Blick auf David Schalkos neue Serie einfällt. Und das nicht nur, weil Tom Schilling alias Tristan zu Beginn tatsächlich losfährt in einem Taxi, das nur für ihn bestimmt ist. Ist er auf der Flucht vor oder auf der Suche nach sich selbst? Er hadert mit der Beziehung zu seiner schwangeren Freundin Julia, so viel bekommt man mit. Er hat Angst vor der gemeinsamen Zukunft.

Filmstill (Foto: Presse Berlinale)
Lars Eidinger ist Tristans Chef in einer Werbefirma. Presse Berlinale

Bilder- und Dialogfeuerwerk

„Ich und die Anderen“ ist ein Experiment in sechs Kapiteln, bei dem Hauptfigur Tristan das Verhältnis der anderen zu ihm und umgekehrt immer wieder neu erkundet. Wie sehr definiere ich mich über andere, wie weit kann und will ich mich in andere hineinversetzen? Das ergibt eine Spielanordnung mit Regeln, die Tristan allerdings nicht kennt.

Das Ganze löst ein traumhaftes Bilder- und Dialogfeuerwerk aus, brillant schräg, absurd komisch und verrätselt zwischen Kommunikationstheorie, moderner Kunst und Tiefenpsychologie.

Kreisen um das eigene Ich

David Schalko sieht im Kreisen um das eigene Ich ein Phänomen der Zeit, die Suche nach bedingungsloser Selbstverwirklichung und permanenter Selbstinszenierung. Und das, ohne genau zu wissen, was das eigentlich ist, dieses Selbst, gepaart mit dem Bedürfnis, alles immer unter Kontrolle zu haben.

Filmstill (Foto: Presse Berlinale)
Tom Schilling ist Tristan, der Mann mit den unbekannten Eigenschaften. Presse Berlinale

Faszinierend origineller surrealer Trip

„Ich und die Anderen“ ist erstmal ein Fest für die beteiligten Schauspieler: Lars Eidinger als Tristans Chef in einer Werbefirma, Sophie Rois als Mutter und Martin Wuttke als einen Penis nach dem anderen malender Vater, Katharina Schüttler und Mavie Hörbiger als die Frauen seines Lebens und natürlich der großartige Tom Schilling, der diesen Mann mit unbekannten Eigenschaften jedesmal neu zusammen zusetzen scheint.

Immer im Versuch, zum verlässlichen Erzähler des eigenen Lebens zu werden. Insgesamt ein sprachlich anspruchsvoller, aber faszinierend origineller, surrealer Trip mit beißendem Humor, der sich stellenweise so anfühlt als hätte Freud zuviel Kafka geraucht oder zumindest einige David Lynch Filme angeschaut. Wie gesagt: abgefahren!

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