Filmfestival

72. Berlinale: Goldener Bär für Drama „Alcarràs“, Silberner Bär für Schauspielerin Meltem Kaptan

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Der Berlinale-Wettbewerb geht zu Ende: am 16.2. wurden die Bären in Gold und Silber verliehen: „Alcarràs“ von Carla Simón wurde mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, Schauspielerin Meltem Kaptan erhielt den Bären in Silber. Das Filmfestival in Berlin geht noch bis zum 20. Februar weiter.

Berlinale 2022: Die begehrten Bären in gold und silber (Foto: Pressestelle, Dirk Michael Deckbar)
Einer der begehrten Bären bleibt dieses Jahr in Deutschland. Pressestelle Dirk Michael Deckbar

Das Drama „Alcarràs“ von Carla Simón über Pfirsichbauern in Spanien ist auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären für den besten Film ausgezeichnet worden. Schauspielerin Meltem Kaptan erhielt den Silbernen Bären für ihre Rolle als Mutter des früheren Guantánamo-Häftlings Kurnaz in der ARD-Produktion „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“.

Beim diesjährigen Filmfestival in Berlin konkurrierten 18 Filme aus 17 Ländern um den Goldenen Bären für den besten Film sowie um die Silbernen Bären für die beste Regie und die beste Schauspielleistung.

Filmkritiker Rüdiger Suchsland über die Preisverleihung:

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Nachdem die letztjährige Berlinale ein Reinfall für die Branche war, ist es wichtig, dass sie in diesem Jahr auch unter erschwerten Corona-Bedingungen stattfindet, meint SWR2 Filmkritiker Rüdiger Suchsland:

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Trotz Pandemie soll Kinokultur in Präsenz angeboten werden

Weltweit werden dieser Tage Filmfestivals und Preisverleihungen abgesagt oder finden nicht in ursprünglicher Weise statt: Die Grammys wurden auf den April verschoben und das Sundance Filmfestival findet auch 2022 als reine Online-Veranstaltung statt. Die Berlinale setzt jedoch auf ein Filmfestival in Präsenz – gestützt von „größten Sicherheitsvorkerungen, die es ermöglichen sollen, auch während einer Pandemie Kinokultur anbieten zu können.“

Dafür wurde die Publikums-Kapazität der Vorfühungen auf 50 Prozent reduziert und das Festival findet als 2G-Plus-Veranstaltung statt, bei der die geimpften oder genesenen Besucher*innen zusätzlich einen tagesaktuellen Test vorweisen müssen. Ferner gilt eine Maskenpflicht auch im Kinosaal, zusätzliche Hygieneregeln sollen den Rahmen für das Stattfinden des Festivals bilden.

Wir wollen mit dem Festival ein Signal an die gesamte Filmbranche, an die Kinos und Kinogänger und die ganze Kultur setzen. Wir brauchen das Kino, wir brauchen die Kultur.

An Glanz und Glamour muss auch 2022 gespart werden

Wenngleich große Partys, Empfänge und Galaveranstaltungen nicht stattfinden sollen, wird der „rote Teppich“ in reduzierten Format dennoch für internationale Filmteams ausgerollt. Eine Maßnahme, mit der die Macher*innen „einen Hauch traditioneller Festivalatmosphäre“ schaffen wollen.

Weniger Glamour also für Deutschlands größtes Filmfestival, das normalerweise als Magnet für Stars der Branche gilt. Im Fokus der 72. Ausgabe der Berlinale soll das Kinoerlebnis stehen und die Möglichkeit für internationale Gäste, ihre Arbeiten einem breiten Publikum vorzustellen.

Ein buntes Programm mit erweitertem Publikumstag

Das Programm der Berlinale umfasst in diesem Jahr 256 Lang- und Kurzfilme, das sind rund 20 Prozent weniger Filme als im Vorjahr – pandemiegeschuldet, wie das Leitungsduo Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek erklärt. Ins Rennen um die Goldenen und Silbernen Bären gehen 2022 18 Filme aus 15 verschiedenen Ländern, darunter fünf Filmemacher*innen, die bereits mit einem Bären ausgezeichnet wurden.

Nur zwei der Filme zeigen das Leben in der aktuellen pandemischen Lage. Menschliche und emotionale Bindungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Filme. Fast allen Filmen gemeinsam ist, dass ihre Schauplätze außerhalb des Stadtzentrums liegen.

Der European Film Market, der Berlinale Co-Production Market, Berlinale Talents und der World Cinema Fund Day werden in diesem Jahr ausschließlich digital umgesetzt. Das Angebot des seit Jahren sehr beliebten „Publikumstags“ wird dafür 2022 auf vier Tage erweitert: Von 17. bis 20. Februar wird es Wiederholungsvorführungen in allen Berlinale-Kinos geben, der Eintrittspreis beträgt einheitlich 10 Euro je Kinoticket.

Filmkritiker Rüdiger Suchsland zum Berlinale-Programm:

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„Peter Kant“ von François Ozon ist der Eröffnungsfilm der Berlinale

Im Berlinale Palast wird am 10. Februar das Filmfestival mit einem Film des Regisseurs und Drehbuchautors François Ozon eröffnet. „Peter Kant“, eine freie Interpretation von Rainer Werner Fassbinders Werk „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ feiert seine Weltpremiere auf der Berlinale und nimmt am Internationalen Wettbewerb des Festivals teil.

„Peter von Kant“ — Berlinale-Eröffnung mit François Ozons Fassbinder-Adaption

Die 72. Berlinale hat mit François Ozons Fassbinder-Adaption „Peter von Kant“ eröffnet. Aus der lesbischen Liebesgeschichte des Originals hat Ozon eine schwule gemacht. Sein Film nach Rainer Werner Fassbinder ist zugleich einer über ihn und eine Verneigung vor seinem Idol. Damals wie heute dabei: die Fassbinder-Muse Hannah Schygulla. Die Hauptrollen übernehmen dieses Mal unter anderem Denis Ménochet und Isabelle Adjani.  mehr...

Die Leiter*innen Rissenbeek und Chatrian sagen, es sei ihnen für den Auftakt der diesjährigen Ausgabe wichtig gewesen, einen Film zu präsentieren, „der Leichtigkeit und Schwung in den trüben Alltag bringen kann“.

2022 gibt es wieder eine Jurypräsidentschaft: Night M. Shyamalan übernimmt das Amt

Nachdem im vergangenen Jahr keine Präsidentschaft vergeben wurde, fungiert bei der 72. Ausgabe der Berlinale der Regisseur und Horrorspezalist Night M. Shyamalan als Jurypräsident. Shyamalan tritt in große Fußstapfen: Schauspielerinnen wie Tilda Swinton und Frances McDormand, aber auch Regisseuren wie Werner Herzog oder Tom Tykwer hatten das Amt vor ihm inne.

Eine große Ehre, wie Shyamalan sagt: „Für einen Filmemacher ist das eine besondere Auszeichnung. Die Gelegenheit zu erhalten, die besten Talente der Welt zu unterstützen und zu feiern, ist ein Geschenk, das ich sehr gern annehme.“

Jurypräsident Night M. Shimalayan (Foto: Pressestelle, imago images/ZUMA Press)
Als Erzähler außergewöhnlicher Geschichten fokussiert sich Shyamalan auf Thriller, die mit Genrekonventionen spielen: Sein bislang erfolgreichster Film ist „The Sixth Sense“ aus dem Jahr 1999, in dem Bruce Willis als Psychologe tote Menschen sieht. Pressestelle imago images/ZUMA Press

Goldener Ehrenbär für Isabelle Huppert

Mit dem Goldenen Ehrenbären werden seit 1977 herausragende Persönlichkeiten des Films für ihr Lebenswerk gewürdigt. In einer Filmreihe werden deren wichtigste Werke gezeigt. In diesem Jahr wird die französische Schauspielerin Isabelle Huppert mit dem Ehrenbären ausgezeichnet.

Berlinale 2022: Isabelle Huppert (Foto: IMAGO, imago images/ZUMA Wire)
2009 übernahm Huppert das Amt der Jurypräsidentin bei den Filmfestspielen in Cannes. imago images/ZUMA Wire

Huppert tritt damit in eine Reihe mit Ehrenbär-Trägerinnen wie Sophia Loren, Meryl Streep oder Helen Mirren.

Berlinale-Filme 2022

Film „Peter von Kant“ — Berlinale-Eröffnung mit François Ozons Fassbinder-Adaption

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SWR2 am Morgen SWR2

Berlin

Berlinale „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe” und „Der Passfälscher” auf der Berlinale

Der vom SWR koproduzierte Film „A E  I O U  –  Das schnelle Alphabet der Liebe“ läuft im Wettbewerb der Berlinale. Kunscht! zeigt erste Einblicke und stellt außerdem den Film „Der Passfälscher“ vor. Er läuft im Berlinale Special.  mehr...

Kunscht! SWR Fernsehen

Berlin

Berlinale 2021 Das Berlinale Summer Special startet

Die Jury tagte vom 1. bis 5. März 2021 beim ersten Teil der diesjährigen Berlinale, der wegen Corona digital und nur für akkreditiertes Fachpublikum statt fand. Nun startet am 9. Juni das Summer Special des Filmfestivals.  mehr...

Film und Serie Golden Globes 2022: Jane Campion und „The Power of the Dog“ große Gewinner bei unspektakulärer Zeremonie

Traditionell gelten die Golden Globes in Hollywood als die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars: Bei den Nominierungen für die 79. Verleihung der „Globes“, die nach heftiger Kritik 2022 erstmals ohne TV-Gala stattfand, stachen Produktionen aus dem Hause Netflix hervor: So auch das schließlich mit dem Golden Globe für das beste Drama ausgezeichnete „The Power of the Dog“ von der ebenfalls ausgezeichneten Regisseurin Jane Campion.  mehr...

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