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Fünfzehn Freunde drehen einen Film: „In Memoriam“. Die Idee hatte Benjamin Steinmann, Info-Graphiker und Kinofan aus Hunspach im Elsass. Er hat sich die Geschichten seiner Großeltern zu Herzen genommen und einen Low-Budget Film über die „Malgré-Nous“ im Elsass gedreht. Die „Malgré-nous”, also die Elsässer und Lothringer, die 1940 nach der Besetzung Frankreichs durch die Nazis – gegen ihren Willen – in die Wehrmacht gezwungen wurden. Ein dunkles Kapitel deutsch-französischer, aber auch innerfranzösischer Geschichte und bis heute noch nicht richtig aufgearbeitet.

Benjamin Steinmann im Heimatmuseum in Hunspach, das seine Mutter eingerichtet hat. (Foto: SWR, SWR)
Benjamin Steinmann im Heimatmuseum in Hunspach, das seine Mutter eingerichtet hat. SWR

Steinmann, der noch nie etwas mit Film zu tun hatte, hat seine Freunde zusammengetrommelt und nach jahrelanger Vorbereitung angefangen zu drehen. Alle Schauspieler sind Laiendarsteller, wie Steinmann selbst, der in Personalunion Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann, Cutter und Toningenieur war. Und eigentlich sollte es nur etwas Kurzes für die Familie werden.

Herausgekommen sind nun eineinhalb Stunden Film, Kinolänge. „In Memoriam” so der Titel des Films, hat in Frankreich ziemlich Furore gemacht und dem Regisseur einen Preis und eine kleine Filmförderung eingebracht.

Momentan arbeitet der Jungregisseur an einem zweiten Film, diesmal über die Frauen, die während der Besatzung Frankreichs und des Elsass‘ gezwungen wurden, im NS-Regime mitzumachen. Kunscht! hat Benjamin Steinmann im Elsass besucht.

Hunspach im Elsass - das beliebteste Dorf der Franzosen

Es liegt abseits der Touristenströme und ist derzeit das "beliebteste Dorf der Franzosen" - Hunspach im Elsass. Die Dorf-Wahl trägt alljährlich ein Fernsehsender aus. Hunspach ist ein echt europäisches Dorf, in dem Französisch, Elsässisch und Deutsch gesprochen wird. Doch was zeichnet es aus? Warum haben unsere Nachbarn es zu ihrem Lieblingsdorf gemacht? Stefanie Markert hat Hunspach jetzt besucht, außerhalb der Reisesaison - und ein Dorf vorgefunden, das nur scheinbar im Dornröschenschlaf liegt.  mehr...

Diskussion Ikone des Widerstands – Wer war Sophie Scholl?

Sie ist eine Heldin der Geschichte und eine der berühmtesten Deutschen überhaupt. Aber was wissen wir wirklich über Sophie Scholl, die 21-jährig von den Nazis ermordet wurde? Zwei neue Biografien suchen nach Antworten und finden hinter der Ikone eine oft unsichere und zögerliche junge Frau, die nicht ohne Widersprüche ist. Das bietet heute umso mehr die Chance, das Vorbild Sophie Scholl neu zu entdecken. Gregor Papsch diskutiert mit Dr. Maren Gottschalk - Historikerin und Autorin, Rike Reiniger - Autorin und Regisseurin, Dr. Robert Zoske - Theologe und Historiker  mehr...

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9.11.1964 Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen"

9.11.1964 | Die jüdische Philosophin und ehemalige Heidegger-Schülerin Hannah Arendt beobachtete in Israel den Eichmann-Prozess und schrieb ihre Gedanken darüber in einem Buch mit dem Titel "Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen" nieder. Sie gelangte darin zu einer neuen Deutung der Nazi-Verbrechen. In einem Gespräch mit dem damaligen NDR-Redakteur und späteren FAZ-Herausgeber Joachim Fest erläuterte sie ihre Thesen.

Der Publizist Micha Brumlik sagte im Gespräch mit SWR2 über das Interview: "So recht Hannah Arendt im Grundsätzlichen hat, hat doch die historische Forschung inzwischen herausgefunden, dass sie sich in Adolf Eichmann getäuscht hat. Das war nicht nur ein Funktionär, sondern ein hasserfüllter und ressentimentgeladener Antisemit. Er hat damals in Jerusalem, flapsig gesprochen, eine Show abgezogen, auf die Arendt hereingefallen ist."  mehr...

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