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Sechs goldene Lolas hat das Drama "Gundermann" über den bekannten DDR-Liedermacher und Baggerfahrer gewonnen und ist damit der erfolgreichste Film bei der diesjährigen Verleihung des Deutschen Filmpreises. Der Film von Regisseur Andreas Dresen wurde unter anderem ausgezeichnet als bester Spielfilm, für das Szenenbild, für Hauptdarsteller Alexander Scheer, Drehbuch und Regie.

Deutscher Filmpreis "Gundermann" von Andreas Dresen" über den singenden DDR-Baggerfahrer

Hoyerswerda, 1992: Gerhard Gundermann (Alexander Scheer) arbeitet im Tagebau. (Foto: Pandora Film -)
Hoyerswerda, 1992: Gerhard Gundermann (Alexander Scheer) arbeitet im Tagebau. Pandora Film - Bild in Detailansicht öffnen
Doch neben seiner Arbeit im Bergbau ist er auch Musiker. Seine Texte über Ausbeutung, Ökologie und einfach gestrickte Menschen finden schon früh großen Anklang. Pandora Film - Bild in Detailansicht öffnen
Nach der Wende und der Veröffentlichung der Stasi-Akten kommt heraus, dass Gundermann lange als Spitzel fungierte. Er erschrickt über sich selbst und verliert die Fassung. Was für ein Mensch war er eigentlich? Und wie denkt seine Frau Conny (Anna Unterberger) jetzt über ihn? Pandora Film - Bild in Detailansicht öffnen
Bei einem Stasi-Führungsoffizier (Axel Prahl) packt Gundermann über seine Freunde aus. Stück für Stück erfährt man, wie sich Gundermann in politische Angelegenheiten verstrickte. Pandora Film - Bild in Detailansicht öffnen
„Gundermann“ ist auch ein Liebesfilm, über die langen Irrwege der Gefühle bis hin zu seiner Ehe mit Conny. „Du bist in mein Herz gefallen, wie in ein verlassenes Haus, hast die Türen und Fenster weit aufgerissen – das Licht kann rein und raus…“ Pandora Film - Bild in Detailansicht öffnen
Der Film von Regisseur Andreas Dresen basiert auf wahren Begebenheiten und dem Roman "Gundermann" von Andreas Lewsink. Pandora Film - Bild in Detailansicht öffnen

Immerhin vier Trophäen gewann das Segeldrama "Styx" von Wolfgang Fischer, eine Lola in Silber für den besten Film, eine für Schauspielerin Susanne Wolff in der besten weiblichen Hauptrolle, eine für die beste Kameraarbeit (Benedict Neuenfels) und eine für die beste Tongestaltung.

Deutscher Filmpreis Styx von Wolfgang Fischer

Rike, Ärztin aus Europa, 40 Jahre alt, verkörpert eine westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, selbstbewusst, zielstrebig und engagiert. (Foto: © Benedict Neuenfels - © Benedict Neuenfels)
Rike (Susanne Wolff), Ärztin aus Europa, 40 Jahre alt, verkörpert eine westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, selbstbewusst, zielstrebig und engagiert. © Benedict Neuenfels - © Benedict Neuenfels Bild in Detailansicht öffnen
Rike bestreitet in Köln als Notärztin ihren Alltag, bevor sie ihren Urlaub in Gibraltar antritt. Dort sticht sie alleine mit ihrem Segelboot in See. Ziel ihrer Reise ist die Atlantikinsel Ascension Island. © Benedict Neuenfels - © Benedict Neuenfels Bild in Detailansicht öffnen
Ihr Urlaub wird abrupt beendet, als sie sich nach einem Sturm auf hoher See in unmittelbarer Nachbarschaft eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet. Mehrere Dutzend Menschen drohen zu ertrinken. Rike (Susanne Wolff) folgt zunächst der gängigen Rettungskette und fordert per Funk Unterstützung an. © Benedict Neuenfels - © Benedict Neuenfels Bild in Detailansicht öffnen
Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, die Zeit drängt und sich eine Rettung durch Dritte als unwahrscheinlich herausstellt, wird Rike gezwungen zu handeln. © Benedict Neuenfels - © Benedict Neuenfels Bild in Detailansicht öffnen
STYX erzählt von einer starken Frau, die auf einem Segeltörn unvermittelt aus ihrer heilen Welt gerissen wird. © Benedict Neuenfels - © Benedict Neuenfels Bild in Detailansicht öffnen
Regisseur Wolfgang Fischer: "Das Projekt ist gelungen, weil wir uns alle selbst dieser Welt ausgesetzt haben. Wir haben quasi dokumentarisch gedreht. Acht Leute auf dem Boot, alle mussten sich verstecken, um nicht im Bild zu sein. Nur die Sturmszenen haben wir in Malta in einem Becken gedreht - mit horrorlauten Wellenmaschinen und Wasserkanonen, die 600 Liter Wasser aufs Boot geschmissen haben." © Benedict Neuenfels - © Benedict Neuenfels Bild in Detailansicht öffnen

Enttäuschend ging die Preisverleihung für den fünffach nominierten Film von Fatih Akin über den Serienmörder Fritz Honka aus: "Der Goldene Handschuh" nach dem Roman von Heinz Strunk erhielt lediglich eine Lola für das beste Maskenbild.

Deutscher Filmpreis "Der Goldene Handschuh" von Fatih Akin

Für den Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, erhielt Regisseur Fatih Akin sogar Einblick in die originalen Prozessakten des Honka-Falls. (Foto: Berlinale -)
Für seinen Film "Der goldene Handschuh", der auf wahren Begebenheiten beruht, erhielt Regisseur Fatih Akin sogar Einblick in die originalen Prozessakten des Honka-Falls. Berlinale - Bild in Detailansicht öffnen
St. Pauli in den Siebzigerjahren: Fritz "Fiete" Honka (Jonas Dassler) ist Alkoholiker und verbringt seine Freizeit in der Kiezkneipe "Zum goldenen Handschuh". Berlinale - Bild in Detailansicht öffnen
Honka, der mit seinem schiefen Gesicht überall auffällt, gilt als umgänglich. Bei Korn und Fanta sucht er im "Goldenen Handschuh" den Kontakt zu Frauen. Berlinale - Bild in Detailansicht öffnen
Obwohl sich im "Goldenen Handschuh" der Rand der Gesellschaft trifft, kommt Honka bei den Frauen nicht unbedingt gut an. Berlinale - Bild in Detailansicht öffnen
Wenn Honka dann eine Frau für sich begeistern kann, möchte er sie überhaupt nicht mehr aus seiner Wohnung lassen. Berlinale - Bild in Detailansicht öffnen
Der Außenseiter lauert immer weiter Frauen auf, die seine potenziellen nächsten Opfer werden könnten: Fritz Honkas dunkles Geheimnis ist Mord. Berlinale - Bild in Detailansicht öffnen
Die Grundlage für die Verfilmung ist der Roman "Der goldene Handschuh", der 2016 von Autor Heinz Strunk veröffentlicht wurde. Berlinale - Bild in Detailansicht öffnen

Eine Lola in Silber für den besten Spielfilm ging an Caroline Links "Der Junge muss an die frische Luft. Die Hape-Kerkeling-Verfilmung mit 3,6 Millionen Kinogängern wurde auch als besucherstärkster Film mit einer Lola ausgezeichnet.

Deutscher Filmpreis "Der Junge muss an die frische Luft" von Carolin Link

Der Film basiert auf einem autobiographischen Bestseller des deutschen Comedians Hape Kerkeling, der darin von seiner schwierigen Kindheit erzählt. (Foto: Warner Bros. -)
Der Film basiert auf einem autobiographischen Bestseller des deutschen Comedians Hape Kerkeling, der darin von seiner schwierigen Kindheit erzählt. Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen
Der Ruhrpott im Jahr 1972: die größte Leidenschaft des neunjährigen Hans-Peter (Julius Weckauf) ist, andere zum Lachen zu bringen. Er ist etwas pummelig und wird oft gehänselt, was ihn nicht bedrückt. Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen
Bei seiner bunten Verwandtschaft kommt die Begabung des kleinen Hans-Peter gut an. Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen
Zusammen mit seinen Eltern und seinem großen Bruder wohnt Hans-Peter auf dem Land, im Haus seiner Großeltern. Im Laden seiner "Omma" unterhält er gerne die Kundschaft oder parodiert sie, nachdem sie den Laden verlassen haben. Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen
Auch vor Verkleidungen schreckt Hans-Peter nicht zurück, für einen guten Lacher ist ihm jedes Mittel recht. Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen
Als seine Mutter Margret (Luise Heyer) nach einer Operation jedoch schwer depressiv wird, zieht die Familie in die Stadt. Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen
Vieles verändert sich für Hans-Peter, doch seine Begeisterung fürs Unterhalten bleibt ihm erhalten. Mehr denn je versucht er, Freude zu stiften. Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen
Regisseurin Caroline Link musste nicht lange überlegen, ob sie bei dem Film Regie führen will: "Vom ersten Moment hat mich diese Geschichte gepackt. Diese Kombination aus Komik und Trauer hat mich sofort sehr gerührt." Warner Bros. - Bild in Detailansicht öffnen

Ganz leer ging "Transit" von Christian Petzold aus, der als mutigster Film in der Auswahl gegolten hatte und immerhin als bester Spielfilm nominiert gewesen war.

Deutscher Filmpreis "Transit" von Christian Petzold

Franz Rogowski (Foto: © Schramm Film / Marco Krüger - © Schramm Film / Marco Krüger)
Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg (Franz Rogowski), deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. © Schramm Film / Marco Krüger - © Schramm Film / Marco Krüger Bild in Detailansicht öffnen
In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg benutzt die Papiere des Schriftstellers Weidel, der sich das Leben genommen hat und nimmt dessen Identität an. © Schramm Film / Marco Krüger - © Schramm Film / Marco Krüger Bild in Detailansicht öffnen
Georg benutzt die Papiere des Schriftstellers Weidel, der sich das Leben genommen hat und nimmt dessen Identität an. © Schramm Film/ Marco Krüger - © Schramm Film/ Marco Krüger Bild in Detailansicht öffnen
In Marseille lernt er Marie Weidel (Paula Beer) kennen, die dort seit Wochen auf ihren Mann wartet. Sie weiß nicht, dass er sich in Paris das Leben genommen hat. © Schramm Film/ Marco Krüger - © Schramm Film/ Marco Krüger Bild in Detailansicht öffnen
Der Tag der Abfahrt des Schiffs naht, und Marie gibt die Hoffnung nicht auf, ihren Mann noch zu treffen. Von Minute zu Minute spitzt sich die politische Situation in Marseille weiter zu. Paul könnte den Platz von Maries Mann einnehmen, doch er zögert. © Schramm Film/ Marco Krüger - © Schramm Film/ Marco Krüger Bild in Detailansicht öffnen

"Bester Dokumentarfilm": Zwei SWR-Produktionen nominiert

Die SWR-Produktion "Of Fathers and Sons - die Kinder des Kalifats" von Talal Derki konnte hingegen die begehrte Trophäe als bester Dokumentarfilm einheimsen.

Désirée Nosbusch und Tedros Teclebrhan moderierten die Preisverleihung

Die Lolas gelten als wichtigste nationale Auszeichnung in der Filmbranche. Die etwa 2000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie stimmen über viele der Gewinner ab. Die Auszeichnungen sind mit knapp drei Millionen Euro für neue Projekte dotiert.   

Moderiert wurde der Filmpreis von den Schauspielern Désirée Nosbusch und Tedros Teclebrhan.

Ehrenpreis für Margarethe von Trotta

Insgesamt wurden 19 Auszeichnungen verliehen. Regisseurin Margarethe von Trotta erhielt den Ehrenpreis für ihre „herausragenden Verdienste um den deutschen Film“. Produzent Christian Becker wurde zudem mit dem Bernd-Eichinger-Preis geehrt. Er habe mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen verantwortet, etwa "Fack ju Göhte", teilte die Filmakademie mit.

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