STAND
INTERVIEW

Der politische Kontext hat beim beim Betrachten von modernem Design oft keine Rolle gespielt, sagt die Dettmer-Finke, deren Doku „Design ist niemals unschuldig“ jetzt bei arte zu sehen ist. Ein Beispiel sei der VW-Käfer, der aus der NS- Zeit stamme und später zur unpolitischen Ikone des deutschen Wirtschaftswunders wurde.

Audio herunterladen (5,5 MB | MP3)

Neoliberalismus hat Nachhaltigkeitsideen für Design verdrängt

„Designer müssen Verantwortung übernehmen für das, was sie gestalten“ – forderte der in Wien geborene und vor den Nazis in die USA geflohene Designer Victor Papanek Victor Papanek. Diese kritischen Design-Gedanken hätten in den 1970er Jahren bereits eine Rolle gespielt, seien aber im Neoliberalismus der 1980er und 1990er Jahre wieder weitgehend vergessen worden. Heute entdecken junge Designer die Nachhaltigkeitsideen von Victor Papanek und einen verantwortungsbewussten Designbegriff wieder.

Design im Kapitalismus muss Konsum schaffen

Es sei ihm nicht nur um das einzelne Objekt gegangen, sondern um das soziale System, in dem das Design-Objekt stehe, erklärt Reinhild Dettmer-Finke. Design in einem kapitalistischen System der Wachstumsökonomie hätte immer die Funktion, Kaufanreize zu triggern und würde zu immer mehr Ressourcen-Verbrauch führen.

Filmstill (Foto: Kobalt Film)
Design war und ist der große Verführer eines auf permanentes Wachstum angewiesenen Kapitalismus. Es erspürt und setzt Trends und Moden, schafft ständig neue Anreize und befeuert den Massenkonsum, oft ohne Rücksicht auf Ressourcenverbrauch. Das weiß auch Lisa White, Kuratorin der Design-Biennale in St. Etienne 2019. Kobalt Film Bild in Detailansicht öffnen
Der Architekt und Designtheoretiker Friedrich von Borries zeigt mit seiner Ausstellung „Politics of Design. Design of Politics“ in München, dass Design stets in einem politischen Zusammenhang entstanden ist. Kobalt Film Bild in Detailansicht öffnen
Das britische Designer- und Künstlerduo Anab Jain und Jon Ardern spekuliert in seinem Londoner Labor Superflux über unsere mögliche Zukunft, wenn durch den Klimawandel die Erde kaum noch bewohnbar sein wird. Kobalt Film Bild in Detailansicht öffnen
In Amsterdam arbeitet Marjan van Aubel an einer „Solardemokratie“ mit Geräten und Gebäuden, die ihren Strom selbst erzeugen. Kobalt Film Bild in Detailansicht öffnen
In Helsinki gestaltet Julia Lohmann Rauminstallationen und Objekte aus Meeresalgen. Kobalt Film Bild in Detailansicht öffnen

Die Doku „Design ist niemals unschuldig“ in der Arte Mediathek

Kaiserslautern

#Kulturfrauen Ein Haus für die Besten: Britta Buhlmann und die Pfalzgalerie Kaiserslautern

Bildende Kunst oder angewandte Kunst? Die Pfalzgalerie wurde ursprünglich gegründet, um dem Kunsthandwerk neue Impulse zu geben — aber Britta Buhlmann mag da gar nicht so genau unterscheiden. Seit 1994 leitet sie das Haus und verbindet Regionalität mit der internationalen Kunstwelt. Sowohl international renommierte Kunstschaffende wie die aus der Region haben in der Pfalzgalerie bei Britta Buhlmann Platz – etwa bei der Verleihung des Pfalzpreises.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Karlsruhe

Fotografie Zwischen Atomeuphorie und Super-GAU: Bildarchiv des Kernforschungszentrums Karlsruhe neu interpretiert

Das Bildarchiv des Kernforschungszentrums Karlsruhe dokumentierte ein Projekt der jungen Bundesrepublik, wo in einem modernen Forschungslabor in der Rheinaue an der atomaren Zukunft geforscht wurde. Neu durchleuchtet von Künstler*innen der Karlsruher Hochschule für Gestaltung ist daraus nun ein Buch entstanden.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Film „The Dissident“ von Bryan Fogel: Der Mord an Regimekritiker Jamal Khashoggi

Es war eine aufsehenerregend brutale Bluttat: Der Mord an dem saudi-arabischen Journalisten und Regimekritiker Jamal Khaschoggi in der saudiarabischen Botschaft in Istanbul vor zweieinhalb Jahren. Was wirklich dahinter steckt und wer dieser Jamal Khaschoggi war, beantwortet Oscarpreisträger Bryan Fogel in seinem neuen Dokumentarfilm.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

STAND
INTERVIEW