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Das japanische Filmfestival „Nippon Connection“ in Frankfurt beschäftigt sich 2021 mit der Familie. Unter dem Motto „Family Matters“ zeigen 80 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, wie traditionelle Rollenbilder zunehmend ihre Bedeutung verlieren.

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Alternative Lebensentwürfe in einer konservativen japanischen Gesellschaft

Die japanische Gesellschaft sei in vielerlei Hinsicht noch sehr konservativ, sagt Florian Höhr, Programmleiter des Filmfestival „Nippon Connection“. Das zeige sich bei Themen wie Homosexualität, der Situation von Alleinerziehenden oder auch ungewöhnlichen Familienentwürfen. „Wir wollen jetzt beim Festival diesen alternativen Lebensentwürfen etwas mehr Raum geben, und haben darum den Familienschwerpunkt ins Leben gerufen, dass man sieht: es gibt auch Entwürfe jenseits von Vater, Mutter, Kind“, so Höhr.

Independent-Filme in Japans Kinos nicht sehr beliebt

Ob diese neuen Filme des japanischen Kinos allerdings gesellschaftliche Impulse geben könnten, da ist Höhr eher pessimistisch, „weil solche Filme in Japan immer nur sehr wenig gesehen werden. Die kleinen Independent-Filme, die tatsächlich gesellschaftlich relevante Themen ansprechen, die laufen dann vielleicht ein bis zwei Wochen im Kino und gehen dann auch wieder unter“, bedauert Höhr. Wesentlich mehr Raum hätten dagegen die Mainstream-Filme.

Film Ein Schnellkurs in japanischer Kultur: Film „Labyrinth of Cinema“ von Nobuhiko Obayashi

Knallige Primärfarben, poppige Musik, schnelle Schnitte, dann poetische Momente, Jazz, insgesamt ein dreistündiges Zitatgewitter - das ist wieder so ein Film, wie er nur aus Japan denkbar ist.  mehr...

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Film „Obon“ – Erinnerungen einer Hiroshima-Überlebenden als animierter Dokumentarfilm

Am 6. August vor 75 Jahren fiel die erste Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima, drei Tage später folgte die zweite auf Nagasaki. Zum Jahrestag sendet 3sat ab dem 3.8. vier Dokus. Den Anfang macht die Erstausstrahlung eines dokumentarischen Kurzfilms, der die Erinnerungen einer Hiroshima-Überlebenden zum Inhalt hat: „Obon“ von dem Ulmer Filmemacher André Hörmann.  mehr...

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