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Zusammenprall der Kulturen in einem sizilianischen Dorf: Flüchtlinge aus Afrika treffen auf die arme, streng katholische Dorfbevölkerung. Dürfen die Migranten an der traditionellen Dorfprozession mit einer schwarzen Jesus-Statue teilnehmen? Über den Zusammenprall von Kulturen und Jesus-Verständnissen hat der Regisseur Luca Lucchesi einen Dokumentarfilm gemacht.

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Prozession mit schwarzer Jesus-Statue

Siculiana - eine kleine malerische sizilianische Stadt. An diesem Ort an der südlichen Grenze Europas verehren die Menschen seit vielen Jahrhunderten eine schwarze Jesus-Statue. Alljährlich wird das Kruzifix ehrfürchtig auf Schultern von ausgewählten Männern in einer feierlichen Prozession durch die Straßen der Stadt getragen.

Bilder aus dem Film „A Black Jesus“ (Foto: Pressestelle, Road Movies Luca Lucchesi)
Wim Wenders hat die Kino-Doku über die kleine Stadt Siculiana auf Sizilien produziert. Sein ehemaliger Assistent Luca Lucchesi erzählt aus der Heimatgemeinde seiner Vater an der südlichen Grenze Europas. Seit vielen Jahrhunderten verehren die Einwohner einen schwarzen Jesus. Pressestelle Road Movies Luca Lucchesi Bild in Detailansicht öffnen
Auch der 19-jährige Edward aus Ghana lebt in Siculiana. Jedoch nicht irgendwo, sondern in einem viel diskutierten und umstrittenen Flüchtlingszentrum. Pressestelle Road Movies Luca Lucchesi Bild in Detailansicht öffnen
Als Edward das Kreuz mit dem schwarzen Jesus bei einer jährlichen Prozession durch die Stadt tragen möchte, ist die Stimmung in der Gemeinde gespalten. Eigentlich meiden die ursprünglichen Einwohner der Stadt, die „Siculianesi“ und die Geflüchteten jeden Kontakt. Kann Edwards Idee etwas daran ändern? Pressestelle Road Movies Luca Lucchesi Bild in Detailansicht öffnen
„A Black Jesus“ versucht dem Ursprung der Angst und der Vorurteile gegenüber „den anderen“ auf den Grund zu gehen. Pressestelle Road Movies Luca Lucchesi Bild in Detailansicht öffnen
Die Bewohner der kleinen europäischen Stadt müssen sich mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzen beginnend mit ihrer Ikone: dem schwarzen Jesus. Pressestelle Road Movies Luca Lucchesi Bild in Detailansicht öffnen

Aufeinanderprall zweier Welten

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle wurden 2015 in einem ehemaligen Hotel in Siculiana 1000 Flüchtlinge untergebracht, ein Drittel der lokalen Bevölkerung. Einwohner und Migranten mischen sich nicht, sie sprechen nicht miteinander, und das nicht nur aus Angst, sondern auch, weil die italienische Regierung es bewusst vermieden hat, einen Dialog zwischen diesen beiden unterschiedlichen Gesichtern der Armut herzustellen.

Doku bleibt an der Oberfläche

Alles in allem ist dies kein wahnsinnig geglückter Film - fast alle Personen bleiben namenlos, wie auch sonst viel an der Oberfläche bleibt. Rassismus gibt es immer nur bei den Anderen, den Ungebildeten, Bornierten, ist es so einfach?

Es geht dann auch, im Epilog, doch nicht gut aus. Gerade in dem Moment, als einige der Flüchtlinge glauben, in der Stadt angekommen zu sein, werden sie in ein anderes Lager verlegt.

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