Nurejew von Ralph Fiennes (Foto: Pressestelle, Alamode Filmverleih)

Film „Nurejew“ - Ralph Fiennes' Film über die Anfänge des russischen Tänzers

AUTOR/IN
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Der Balletttänzer Rudolf Nurejew wurde einem großen Publikum weniger durch seine Kunst bekannt, sondern durch sein spektakuläres Überlaufen in den Westen 1961. Nach einem Gastspiel des Kirow-Balletts in Paris beantragte er kurz vor der Rückreise am Flughafen politisches Asyl. Die jungen Jahre des Tänzers hat Schauspieler und Regisseur Ralph Fiennes verfilmt.

Das Leningrader Kirow-Ballett in den 50er Jahren - wie mechanische Puppen heben und senken die Schüler der Kaderschmiede Arme und Beine. Nur einer will sich nicht fügen: der ehrgeizige Rudolf Nurejew.

Film „Nurejew“ von Ralph Fiennes

Nurejew von Ralph Fiennes (Foto: Pressestelle, Alamode Filmverleih)
Russland in den 1960er Jahren: Der Kalte Krieg tobt und die Sowjetunion drillt ihre beste Tanzkompanie, um bei einer Tour im Westen künstlerische Stärke vorweisen zu können. Ballettlehrer Alexander Puschkin (Ralph Fiennes) mit seinem begabtesten Schüler Rudolf Nurejew (Oleg Ivenko). Pressestelle Alamode Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Das Leningrader Kirkow-Ballett begeistert die französischen Zuschauer. Der virtuose Tänzer Rudolf Nurejew (Oleg Ivenko) zieht mit seiner Bühnenpräsenz das Publikum in seinen Bann. Pressestelle Alamode Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Inspiriert vom kulturellen Leben Paris' und dem süßen Geschmack der Freiheit, zieht er durch die Museen und Jazz-Clubs der Stadt. Pressestelle Alamode Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Stets an seiner Seite ist dabei seine chilenische Freundin Clara Saint (Adèle Exarchopoulos). Weil ihm der sowjetische Geheimdienst im Nacken sitzt, entscheidet sich Nurejew dazu, in Frankreich politisches Asyl zu beantragen. Pressestelle Alamode Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Damit beginnt ein heikles Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem sowjetischen Geheimdienst, dem die Ausuferungen des jungen Tänzers schon länger missfallen. Pressestelle Alamode Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Der Film von Regisseur Ralph Fiennes basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte der russischen Ballettlegende Rudolf Nurejew. Pressestelle Alamode Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Nurejew tanzte nach Genehmigung seines Asylantrags viele Jahre in Pariser Ensembles und brachte dort sein klassische Erfahrung aus der russischen Balletttradition ein. 1993 starb der Tänzer, der viele Jahre mit seinem berühmten Kollegen Erik Bruhn liiert war, an AIDS. Pressestelle Alamode Filmverleih Bild in Detailansicht öffnen
Als Regisseur und Darsteller Ralph Fiennes die Biografie des russischen Tänzers las, war er sofort fasziniert, obwohl er nicht viel über Ballett wusste: „Seine Jugend im zentralrussischen Ufa in den 1940er Jahren, die Zeit der Ausbildung in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, dann seine Entscheidung 1961, in den Westen überzulaufen: Diese Geschichte ging mir unter die Haut.“ Felix Hörhager Bild in Detailansicht öffnen

Zu alt für die große Karriere als Profitänzer

Eigentlich ist der tatarische Junge vom Dorf mit 17 Jahren viel zu alt, um eine Ausbildung zum Profitänzer zu beginnen. Seinen Mitschülern ist er technisch unterlegen. Trotzdem hat er schon früh das Gefühl, zu Großem bestimmt zu sein.

Nurejews Lehrer Alexander Puschkin wird gespielt von Ralph Fiennes, der zugleich Regie geführt hat. Die Geschichte des legendären Tänzers ist für ihn vor allem eine der persönlichen Befreiung.

Der Tänzer Oleg Ivenko überzeugt als Nurejew

Das Drehbuch von David Hare verschränkt dabei drei Zeitebenen: von der entbehrungsreichen Kindheit Nurejews in der russischen Provinz über die harten Lehrjahre in Leningrad bis zum lebensverändernden Gastspiel des Kirow-Balletts in Paris 1961.

Der ukrainische Tänzer Oleg Ivenko spielt den jungen Nurejew mal naiv und charmant, mal aufbrausend-arrogant. Die animalisch-erotische Ausstrahlung Nurejews fehlt dem Schauspiel-Debütanten zwar. Trotzdem hat er genug Charisma, dass man ihm die Rolle abnimmt.

Fernab aller Klischees

Der Film ist nie pathetisch. In ruhigen Bildern, fernab aller Klischees führt er aus, dass sowohl das Individuum als auch die Kunst sich am besten in Freiheit entfaltet. Eine einfache Erkenntnis, von der das heutige Russland aber wieder ziemlich weit entfernt ist.

AUTOR/IN
STAND