Film Oscars 2020: „Joker“ ist der große Favorit

Der dunke Psycho-Thriller „Joker“ geht als großer Favorit ins Rennen der diesjährigen Oscar-Preisverleihung. Gleich elf Mal ist der Film über den Batman-Erzfeind nominiert, unter anderem in der Kateogie Bester Film. Für „The Irishmen“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ gibt es jeweils zehn Nominierungen.

Die Nominierten in der Kategorie Bester Film

Die Oscar-Nominierungen in der Kategorie Bester Film 2020

Joker von Todd Philipps (Foto: Pressestelle, Warner Bros.)
Todd Phillips „Joker“ war schon vor seinem offiziellen Filmstart in den USA hoch umstritten. Einige Kritiker werfen dem Film vor, er legitimiere Gewalt. Der Film erzählt die Geschichte von Joker, dem Gegenspieler von Batman, dargestellt von Joaquin Phoenix. Dem psychisch kranken Arthur entgleitet sein Leben immer mehr, bis er schließlich zum Massenmörder wird. Pressestelle Warner Bros. Bild in Detailansicht öffnen
„Parasite“ von Bong Joon-ho gewann 2019 bereits die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes. Es ist ist ein Film über Eindringlinge. Der jüngste Sohn der Familie Kim schafft es, als Nachhilfelehrer bei der gut situierten Familie Park anzuheuern. Nach und nach schleicht sich die gesamte Familie Kim in das Leben der Familie Park. Pressestelle Eclairplay Bild in Detailansicht öffnen
„Mariage Story“: Manche sehen in ihm einen „jüngeren Woody Allen“, in jedem Fall ist Noah Baumbach einer der begabtesten Regisseure seiner Generation. „Mariage Story“ ist eine bittersüße Tragikomödie mit Scarlett Johansson und Adam Driver in den Hauptrollen. Wir lernen die zwei Hälften eines Ehepaares kennen, eines Ehepaares, das sich allmählich trennt. Dieser Film wird von seinem Ende aus erzählt, vom Scheitern einer Beziehung, der man als Zuschauer immer das Gelingen wünscht. Der Film ist inzwischen nur noch auf Netflix zu sehen. Netflix Bild in Detailansicht öffnen
„Once upon a Time in... Hollywoody“: Obwohl der Ruhm seiner Serie immer mehr verblasst, versucht Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) gemeinsam mit seinem Freund und Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) als Filmstar erfolgreich zu werden. Pressestelle SonyPictures Bild in Detailansicht öffnen
„The Irishman“: Der Film von Altmeister Martin Scorsese erzählt die wahre Geschichte über das spektakuläre Verschwinden des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Die drei Hauptdarsteller Robert De Niro, Joe Pesci und Al Pacino spielen dank digitaler Verjüngungs-Technik ihre Figuren über drei Jahrzehnte hinweg – ein über dreieinhalb Stunden langer, sehr unterhaltsamer Gangsterfilm, der nur kurze Zeit im Kino lief und inzwischen auf Netflix zu sehen ist. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
„1917“: Sam Mendes' Kriegsdrama hat gerade bei den Golden Globes abgeräumt und gilt auch als Favorit für die Oscars. Zwei britische Unteroffiziere an der Westfront des Ersten Weltkriegs werden auf eine hochgefährliche Mission geschickt, um ein Massaker zu verhindern. „1917“ ist ein One-Shot-Movie, der in einer einzigen Einstellung und aus der subjektiven Perspektive der beiden Hauptfiguren erzählt. Ein existentielles Drama über Menschen in Todesgefahr. Pressestelle Universal Bild in Detailansicht öffnen
Der Film „Ford v Ferrari“ von James Mangold hat den deutschen Namen „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“. Anfang der 1960er Jahre will Henry Ford II amerikanische Autos auf dem europäischen Markt etablieren. Er investiert verstärkt in den Rennsport mit dem Ziel, Ferrari, die das prestigeträchtige 24-Stundenrennen von Le Mans dominieren, in diesem Rennen zu schlagen, was bis dahin keinem amerikanischen Modell zuvor gelungen ist. Mit Matt Damon und Christian Bale in den Hauptrollen. 2019 Twentieth Century Fox Bild in Detailansicht öffnen
„Jojo Rabbit“ ist ein Satiredrama von Taika Waititi und eine Leinwandadaption von Christine Leunens’ Roman „Caging Skies“. Während des Zweiten Weltkriegs entdeckt ein 10-jähriger begeisterter Hitlerjunge, dass seine Mutter Rosie (Scarlett Johansson) eine Jüdin im Haus versteckt. Er berät sich daraufhin mit seinem imaginären Freund Adolf Hitler. 2019 Twentieth Century Fox Bild in Detailansicht öffnen
„Little Women“ ist ein Coming-of-age Historiendrama von Greta Gerwig, das auf dem gleichnamigen Roman von Louisa May Alcott basiert. Die vier March-Schwestern Jo (Saoirse Ronan), Meg (Emma Watson), Amy (Florence Pugh) und Beth (Eliza Scanlen) wachsen Mitte des 19. Jahrhunderts in der von starren Geschlechterrollen dominierten Gesellschaft der Vereinigten Staaten auf und schlagen ganz unterschiedliche Lebenswege ein. Sony Pictures Bild in Detailansicht öffnen

Unter anderem in den Kategorien „Bester Film“ und „beste Regie“ ist „Joker“ nominiert. Auch Hauptdarsteller Joaquin Phoenix kann sich Hoffnungen auf einen Academy Award in der Kategorie „Bester Schauspieler in einer Hauptrolle“ machen.

Dauer

Jeweils zehn Nominierungen gab es auch für Quentin Tarantinos Hollywood-Hommage "Once Upon a Time... in Hollywood", den Mafia-Film "The Irishman" von Altmeister Martin Scorsese und das Weltkriegsepos "1917" von Sam Mendes. Alle drei Filme wurden unter anderem als Bester Film und für die Beste Regie nominiert.  

Auch die bittersüße Tragikomödie „Marriage Story“ mit Scarlett Johanson und Adam Driver sowie die Thriller-Komödie „Parasite“, die bereits die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat, sind unter den neun Nominierten in der Kategorie bester Film.

Ein deutscher Oscar-Anwärter

Die SWR-Koproduktion „The Cave“ (deutscher Titel „Die Höhle“) des aus Syrien stammenden Regisseurs Feras Fayyad hat Chancen auf einen Oscar als beste Dokumentation. In der syrisch-deutsch-dänischen Koproduktion begleitet der Regisseur ein engagiertes Team von Ärztinnen in Syrien, die in einem unterirdischen Krankenhaus unermüdlich Kriegsopfer behandeln und gegen systemischen Sexismus ankämpfen. 

#OscarsSoMale - keine Frauen in der Kategorie "Beste Regie"

Nach Bekanntgabe der Nominierungen gab es schnell Kritik daran, dass auch in diesem Jahr die Oscars wieder hauptsächlich von Männern dominiert werden. Unter dem Hashtag #OscarsSoMale merkten viele Nutzer vor allem auf Twitter an, dass insbesondere in der Kategorie „Beste Regie“ ist keine einzige Frau nominiert wurde.

Preisverleihung im Februar

Die Oscars werden am 9. Februar bei einer glamourösen Zeremonie in Los Angeles vergeben.

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