Film Der irre Alltag an der Uni: „Weitermachen Sanssouci“

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6:00 Uhr
Sender
SWR2

Deutscher Hochschulbetrieb: Da ist schnell die Rede vom Elfenbeinturm, weltfremden Professoren und abseitigen Forschungen. Der junge Filmemacher Max Linz entwirft in seiner Satire „Weitermachen Sanssouci“ ein ganz anderes Bild. Das vom wirtschaftsgetriebenen Optimierungswahn an den Hochschulen.

Das Institut für Simulationsforschung an einer fiktiven Berliner Universität. Unter anderem werden hier anhand virtueller Modelle Klimawandelszenarien erforscht. Allerdings funktioniert der Virtual Reality-Raum meist nicht. Ständig stolpern die Nachwuchswissenschaftler mit einer VR-Brille auf der Nase planlos durch den Raum mit der riesigen Weltkugel. Angetrieben werden sie von Sophie Rois als missgelaunter Direktorin, die gegen die drohende Schließung ihres Instituts kämpft.

Kinostart 24.10. „Weitermachen Sanssouci“ von Max Linz

Weitermachen Sanssouci (Foto: Pressestelle, Eclairplay)
Dem Institut für Kybernetik und Simulationsforschung an der Berliner Universität droht die Schließung. Pressestelle Eclairplay Bild in Detailansicht öffnen
Klimaforscherin Phoebe Phaidon (Sarah Ralfs) erhält eine befristete Lehrstelle am Institut, dessen weitere Existenz von guten Studenten-Evaluationen abhängt. Pressestelle Eclairplay Bild in Detailansicht öffnen
Weil die Institutsleiterin Brenda Berger (Sophie Rois) sich einem Drittmittel-Projekt widmen muss, kann sie sich nicht am Lehrgeschehen beteiligen. Pressestelle Eclairplay Bild in Detailansicht öffnen
Als der neuberufene Stiftungsprofessor mit einem Projekt zur Ernährungskontrolle auf sich aufmerksam macht, vermuten die Studenten dahinter einen Business-Plan. Pressestelle Eclairplay Bild in Detailansicht öffnen
Kurzerhand besetzen sie die Bibliothek und unterbrechen zur Demonstration den Universitätsbetrieb. Pressestelle Eclairplay Bild in Detailansicht öffnen

Satirischer Blick auf die Absurditäten des Hochschulbetriebs

Der 35-jährige Regisseur Max Linz beweist in seinem zweiten Langfilm einen genauen Blick für die Absurditäten des Hochschulbetriebs. Mit schnellen, pointierten Dialogen karikiert er die Ökonomisierung der Universität, mitsamt des ganzen Business-Sprech von performen, presenten und Workflow-Optimierung.

René Pollesch auf der Kinoleinwand

Ein bisschen erinnert der verschwurbelt-theorielastige Sound an das Diskurstheater von René Pollesch. Gleichzeitig erzählt Linz von der prekären Lage der jungen Wissenschaftler, die sich ergeben von einer befristeten Stelle zur nächsten hangeln, ohne dauerhafte Perspektive an der Uni. So wie die junge Klimaforscherin Phoebe, durch deren staunende Augen Linz den Irrsinn der Forschungssimulation betrachtet.

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Gelungene und intelligente deutsche Komödie

„Weitermachen Sanssouci“ ist das seltene Beispiel einer intellektuellen deutschen Komödie, weitab vom Mainstream. Ein kleiner feiner Film, der in seiner sperrigen Art Sehgewohnheiten herausfordert und zum Denken anregt.

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