Film „Synonymes“ von Nadav Lapid – Flucht aus Israel

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Sendezeit
6:00 Uhr
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SWR2

Immer mehr Juden verlassen Frankreich aus Angst vor dem wachsenden Antisemitismus. Der israelische Film „Synonymes“ erzählt die umgekehrte Geschichte. Ein junger Jude verlässt Israel, um in Frankreich ein neues Leben zu beginnen und seine Heimat zu vergessen.

Wie sein Protagonist, der stets mit gesenktem Blick unterwegs ist, mäandert der Film etwas ziellos vor sich hin. Vieles lässt er offen. Auch warum die Hauptfigur Yoav seine Herkunft so radikal auslöschen will, verrät „Synoymes“ nicht.

Kinostart 05.09. „Synonymes“ von Nadav Lapid

Synonymes von Nadav Lapid (Foto: Pressestelle, GrandFilm)
Yoav (Tom Mercier) ist Israeli und mit großen Erwartungen nach Paris gezogen: so schnell wie möglich möchte er seine nationale Identität loswerden. Pressestelle GrandFilm Bild in Detailansicht öffnen
Um seine Herkunft auszulöschen und so schnell wie möglich Franzose zu werden, arbeitet Yoav akribisch an seinem Französisch. Er will kein hebräisches Wort mehr sprechen, ein französisches Wörterbuch wird zu seinem ständigen Begleiter. Pressestelle GrandFilm Bild in Detailansicht öffnen
Die Besuche in der Botschaft belasten Yoav und auch der Einbürgerungstest stellt ihn vor Probleme. Als er ein französisches Paar kennenlernt, hofft er auf Hilfe. Pressestelle GrandFilm Bild in Detailansicht öffnen
Doch Caroline (Louise Chevillotte) und Emile (Quentin Dolmaire) haben in Yoavs Augen eher merkwürdige Ideen, wie er sich besser in Frankreich zurechtfinden kann. Pressestelle GrandFilm Bild in Detailansicht öffnen
Yoav sieht sich mit der Schwierigkeit konfrontiert, neue Wurzeln schlagen zu müssen und dabei zu sich selbst zu finden. Pressestelle GrandFilm Bild in Detailansicht öffnen

Regisseur Nadav Lapid erzählt seine eigene Geschichte

In Interviews hat Regisseur Nadav Lapid aber erzählt, in seinem vierten Spielfilm stecke viel von ihm selbst. Nach seinem Militärdienst habe Lapid plötzlich gespürt, Israel sofort verlassen zu müssen. Dieses Land, das alle von klein auf zu Soldaten mache.

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Kritik an der „DNA“ des Staates Israel

Seine Kritik richtet sich nicht gegen konkrete politische Entwicklungen, sondern gegen das grundsätzliche Wesen des Staates, „seine DNA“, wie der Regisseur es ausdrückt.

Radikaler Bruch

Umso schwieriger, das alles wirklich hinter sich zu lassen. Innerhalb weniger Tage gab der damalige Mittzwanziger alles auf und zog nach Paris, wo er sich mehr schlecht als recht mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt.

Ziel: Der bestmögliche Franzose zu werden

Im Film sieht man nun Yoav, wie er im Integrationskurs inbrünstig die Marseillaise singt und sich immer obsessiver in die Idee hinein steigert, der bestmögliche Franzose zu werden.

Caroline und Emile, mit denen er sich zu einer Ménage-à-trois zusammengefunden hat, betrachten seinen heiligen Ernst halb belustigt, halb fasziniert.

Goldener Bär 2019 für Nadav Lapid

Bei der diesjährigen Berlinale gewann Regisseur Nadav Lapid für seinen ungewöhnlichen Film den Goldenen Bären.

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