Filmstill: Die zwei Päpste (Foto: Pressestelle, Netflix)

Film Anthony Hopkins und Jonathan Pryce glänzen in „Die zwei Päpste“

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Eine Begegnung zweier Päpste und Kontrahenten, die gegensätzlicher kaum sein könnten: Anthony Hopkins spielt den erzkonservativen Papst Benedikt XVI, Jonathan Pryce den progressiven Kardinal Jorge Mario Bergoglio, den späteren Papst Franziskus. Die Netflix-Produktion „Die zwei Päpste“ beruht auf dem gleichnamigen Sachbuch von Anthony McCarten, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Regie führt Fernando Meirelles.

Prachtvoller Vatikan augenzwinkernd in Szene gesetzt

McCarten und Meirelles setzen setzen den Vatikan mit seiner ehrfurchtgebietenden Pracht aufwendig, aber nicht ohne Augenzwinkern in Szene. Den größten Spaß hat das Gespann daran, sich auszumalen, wie eine Begegnung zwischen den beiden unterschiedlichen Kirchenmännern wohl ausgesehen haben könnte. Das hat seinen Reiz, und durchaus komische Momente.

Film „Die zwei Päpste“ von Fernando Meirelles

Filmstill: Die zwei Päpste (Foto: Pressestelle, Netflix)
Im Jahr 2012 will der frustrierte Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce) Papst Benedikt um seinen Rücktritt ersuchen, weil ihn die Richtung der Kirche frustriert. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Doch statt sein Gesuch zu erhören, ruft Papst Benedikt (Anthony Hopkins) seinen schärsften Kritiker Bergoglio nach Rom, um ihm ein Geheimnis anzuvertrauen: er selbst will zurücktreten. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Papst Benedikt XVI. weiß, dass sein Vorhaben die Grundfesten der Katholischen Kirche erschüttern könnte, dennoch kann ihn nichts davon abbringen. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Hinter den Vatikanischen Mauern beginnt ein Machtkampf zwischen Tradition und Fortschritt, Schuld und Vergebung. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen
Der Film basiert auf den wahren Begebenheiten rund um Papst Benedikt und seinen späteren Nachfolger Papst Franziskus. Pressestelle Netflix Bild in Detailansicht öffnen

Papst Benedikt liebte Zarah Leander-Schlager und Kommissar Rex

Der Film zeigt den sonst so unnahbaren Papst Benedikt auch als Menschen, der sich abends eine Fanta gönnt, Zarah Leander-Schlager auf dem Klavier spielt oder seine Lieblingssendung „Kommissar Rex“ anschaut.

Anthony Hopkins und Jonathan Pryce glänzen

Den Großteil des Films sind die beiden Geistlichen aber in hitzige Rededuelle verstrickt. Anthony Hopkins als Benedikt und Jonathan Pryce als späterer Franziskus laufen zu Höchstform auf, wenn sie in pointierten, geistreichen Dialogen ihre komplett entgegengesetzten Ansichten vertreten.

Kirchenthematik auch für Nicht-Gläubige interessant

Die Diskussionen sind auch für Nicht-Gläubige interessant, denn neben den Problemen der Institution Kirche geht es auch um universelle Fragen von Verantwortung, Schuld und Vergebung.

Film ignoriert Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche

Zurückhaltender ist der Film, wenn es um das monströse Ausmaß des Kindesmissbrauchs in der Katholischen Kirche geht. Spätestens dann erhält der Film, so unterhaltsam und erhellend er gemacht ist, einen faden Beigeschmack. Denn er feiert Franziskus als durch und durch integren Reformer und Menschenfreund, der seine Kirche endlich ins 21.Jahrhundert führen wird.

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