Filmkritik Heimatfilm „A Gschicht über d‘Lieb“ von Peter Evers

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12:33 Uhr
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SWR2

„A Gschicht über d'Lieb“ ist ein Heimatfilm vor ländlicher, idyllischer Kulisse spielt. Es geht natürlich um Liebe, doch hinter dem Vorhang kracht es nur so. An einen traditionellen Heimatfilm erinnert nur noch das von den Jungschauspielern Svenja Jung und Merlin Rose überzeugend gespielte Liebespaar. Doch die beiden sind Geschwister.

Film Filmszenen: „A Gschicht über d’Lieb“ von Peter Evers

Filmstill  (Foto: Salzgeber und Company)
Die frühen 1950er Jahre im badischen Dorf Sankt Peter: Gregor (Merlin Rose) und Maria (Svenja Jung) sind Geschwister und die Kinder des Bacherbauern. Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Hof des Bacherbauern hängt der Haussegen schief: Gregor weigert sich, den Bauernhof von seinem Vater (Thomas Sarbacher) zu übernehmen. Stattdessen träumt er davon, eine eigene Tankstelle aufzumachen. Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
Maria versucht den Streit zwischen Vater und Bruder zu schlichten, doch lange Zeit können sich die beiden nicht einigen. Bis der Vater schließlich einlenkt. Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
Er sichert Gregor finanzielle Unterstützung beim Aufbau seiner Tankstelle zu, solange Maria schnellstmöglich heiratet und so für die Fortführung des Familienhofes sorgt. Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
Potenzielle Heiratskandidaten gäbe es im Dorf für Maria genug - doch die hat sich längst verliebt: nämlich in ihren Bruder Gregor. Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
Das Ultimatum stellt die Geschwister vor die wichtigste Entscheidung ihres Lebens. Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
Regisseur Peter Evers über die Grundidee seines Films: „Der Grundgedanke war, einen Liebesfilm zu machen, doch bloß keine Schnulze oder eine der üblichen Coming-of-Age-Geschichten ..." Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
"Basis und Grundrecht jeder menschlichen Existenz ist die Liebe. Aber leider setzten und setzen gesellschaftliche, sexuelle und moralische Regeln diesem Grundrecht Schranken." Regisseur Peter Evers Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen
"Ich bin aber der Meinung, dass, Liebe, solange sie von allen Beteiligten gleich empfunden und nicht in Abhängigkeiten oder gar Gewalt ausgeübt wird, doch in erster Linie Sache der Liebenden ist.“ Regisseur Peter Evers Salzgeber und Company Bild in Detailansicht öffnen

Tradition trifft auf Moderne im Schwarzwald der 50er Jahre

Ein kleines Schwarzwald-Dorf in den frühen 50er Jahren – hier leben die Geschwister Maria und Gregor. Gregor möchte eine Autowerkstatt an einer Bundestraße errichten, die künftig am Dorf vorbeiführt wird.

Doch der verwitwete Vater ist dagegen, denn der Sohn soll den Hof des Bacherbauern übernehmen, und so will es auch die Tradition. Nachdem der Haussegen lange Zeit schief hing, lenkt der kranke Vater – müde vom ewigen Streit – ein und ist bereit, dem Wunsch Gregors nachzukommen. Allerdings zu seinen Bedingungen.

Filmstill  (Foto: Salzgeber und Company)
Auf dem Hof des Bacherbauern hängt der Haussegen schief: Gregor weigert sich, den Bauernhof von seinem Vater (Thomas Sarbacher) zu übernehmen. Stattdessen träumt er davon, eine eigene Tankstelle aufzumachen. Salzgeber und Company

Festival-Erfolg für Regisseur Peter Evers

Regisseur Peter Evers wurde für sein Liebesdrama „A Gschicht über d‘Lieb“ mit dem renommierten Thomas Strittmatter-Preis ausgezeichnet. In diesem Jahr zeigte bereits das Filmfestival Max Ophüls in Saarbrücken die SWR-Koproduktion. Und Hauptdarstellerin Svenja Jung erhielt den Bayrische Filmpreis 2019 als beste Nachwuchsdarstellerin.

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Sendezeit
22:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Der Film „A Gschicht über d’Lieb“ will kein Plädoyer für Inzest sein, „sondern für das Recht, lieben zu dürfen, wen man will“, betont Regisseur Peter Evers. Der Film hinterfragt die Gesellschaft auf dem Dorf in den 50er Jahren, die geprägt ist von Hierarchien, Moralvorstellungen, Zwängen, Aufbruchstimmung und dem Generationenkonflikt, dem kaum einer entkommen kann.

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An einen Heimatfilm erinnert in „A Gschicht über d‘Lieb“ nur noch das von den Jungschauspielern Svenja Jung und Merlin Rose überzeugend gespielte Liebespaar. Doch das Tabubruch Inzest zerstört hier die Reste des Klischees.

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