Filmkritik Heimatfilm „A Gschicht über d‘Lieb“ von Peter Evers

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„A Gschicht über d'Lieb“ ist ein Heimatfilm vor ländlicher, idyllischer Kulisse spielt. Es geht natürlich um Liebe, doch hinter dem Vorhang kracht es nur so. An einen traditionellen Heimatfilm erinnert nur noch das von den Jungschauspielern Svenja Jung und Merlin Rose überzeugend gespielte Liebespaar. Doch die beiden sind Geschwister.

Film Filmszenen: „A Gschicht über d’Lieb“ von Peter Evers

Tradition trifft auf Moderne im Schwarzwald der 50er Jahre

Ein kleines Schwarzwald-Dorf in den frühen 50er Jahren – hier leben die Geschwister Maria und Gregor. Gregor möchte eine Autowerkstatt an einer Bundestraße errichten, die künftig am Dorf vorbeiführt wird.

Doch der verwitwete Vater ist dagegen, denn der Sohn soll den Hof des Bacherbauern übernehmen, und so will es auch die Tradition. Nachdem der Haussegen lange Zeit schief hing, lenkt der kranke Vater – müde vom ewigen Streit – ein und ist bereit, dem Wunsch Gregors nachzukommen. Allerdings zu seinen Bedingungen.

Festival-Erfolg für Regisseur Peter Evers

Regisseur Peter Evers wurde für sein Liebesdrama „A Gschicht über d‘Lieb“ mit dem renommierten Thomas Strittmatter-Preis ausgezeichnet. In diesem Jahr zeigte bereits das Filmfestival Max Ophüls in Saarbrücken die SWR-Koproduktion. Und Hauptdarstellerin Svenja Jung erhielt den Bayrische Filmpreis 2019 als beste Nachwuchsdarstellerin.

Der Film „A Gschicht über d’Lieb“ will kein Plädoyer für Inzest sein, „sondern für das Recht, lieben zu dürfen, wen man will“, betont Regisseur Peter Evers. Der Film hinterfragt die Gesellschaft auf dem Dorf in den 50er Jahren, die geprägt ist von Hierarchien, Moralvorstellungen, Zwängen, Aufbruchstimmung und dem Generationenkonflikt, dem kaum einer entkommen kann.

An einen Heimatfilm erinnert in „A Gschicht über d‘Lieb“ nur noch das von den Jungschauspielern Svenja Jung und Merlin Rose überzeugend gespielte Liebespaar. Doch das Tabubruch Inzest zerstört hier die Reste des Klischees.

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