Film und Serie Meret Becker und Mark Waschke im Tatort „Das Leben nach dem Tod“

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Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:40 Uhr
Sender
SWR2

Zwischen Berliner Mietenwahn, Großstadtblues und Wendeverliererstory bewegt sich dieser Berliner Tatort, der die kantigen Kommissare Meret Becker und Mark Waschke von einer ganz anderen Seite zeigt.

Nichts für zarte Gemüter

Wer eine Aversion gegen Fliegen und Maden hat, der könnte den Impuls verspüren, abzuschalten. Denn in diesem Tatort geht es um Tod und Verwesung und das, was vom Leben übrig bleibt.

Toter Mieter ist nur ein organisatorisches Problem

In der dunklen Zweizimmerwohnung des Rentners Fritz Irrgang sind das vor allem Insekten, nachdem seine Leiche über Wochen unbemerkt blieb. Bei dem engen Berliner Wohnungsmarkt ist das für die Vermieterin aber nicht viel mehr als ein praktisches Problem.

Film Tatort Berlin „Das Leben nach dem Tod“ von Florian Baxmayer

Tatort: Das Leben nach dem Tod (Foto: Pressestelle, rbb / Marcus Glahn)
Als Kriminalhauptkomissar Robert Karow (Mark Waschke) nach Hause kommt, wird er von einem Leichenwagen vor der Haustür überrascht: sein Nachbar ist tot und seit Wochen hat niemand etwas davon bemerkt. Pressestelle rbb / Marcus Glahn Bild in Detailansicht öffnen
In der Rechtsmedizin stellt sich heraus, dass Karows Nachbar keinesfalls eines natürlichen Todes gestorben ist: in seinem Nacken wird ein Einschussloch gefunden. Pressestelle rbb / Marcus Glahn Bild in Detailansicht öffnen
Dann wird Karow auf einen Richter (Otto Mellies) aufmerksam, der Opfer eines Überfalls wurde. Ist seinem Nachbar ein ähnliches Schicksal widerfahren? Pressestelle rbb / Marcus Glahn Bild in Detailansicht öffnen
Schließlich stoßen die Ermittler auf die Holzkamps (Britta Hammelstein und Christian Kuchenbuch), die sich in der Psychiatrie kennenlernten und beide in ihrer Kindheit Gewalt ausgesetzt waren. Pressestelle rbb / Marcus Glahn Bild in Detailansicht öffnen
Als kleiner Junge war Hajo Holzkamp Zeuge einer blutrünstigen Tat. Karow und Rubin vermuten, dass diese Tat Auswirkungen bis heute hat... Pressestelle rbb / Marcus Glahn Bild in Detailansicht öffnen

200.000 Stubenfliegen als Statisten

Rund 200.000 Stubenfliegen hat Regisseur Florian Baxmeyer seiner Besetzung während der Dreharbeiten zugemutet. Den Schauder vom Anfang sollte man versuchen auszuhalten, denn er gehört zur Strategie dieses Films.

Einsame Rentner in Plattenbauten

Er setzt in den ersten Szenen eine Tonlage, die einen so schnell nicht wieder loslässt: kühle Betonmoderne, Plattenbauten, einsame Rentner, die in der Religion Antworten darauf suchen, was nach dem Leben so kommen könnte. Ein Kommissar, der immer wieder die Wohnung seines Nachbarn aufsucht, um zu verstehen, was hinter seiner Wand passiert ist.

Tatort zwischen Psychostudie und Sozialdrama

In den besten Momenten changiert dieser Tatort subtil zwischen Mordermittlung, Psychostudie und Sozialdrama: er zeigt Menschen in ihren isolierten vier Wänden, deren Leben vielleicht auf einer Lüge oder einem Geheimnis fußt.

Verletzliches Ermittlerduo

Mark Waschke und Meret Becker wirken dabei als Ermittlerduo so angefasst und verletzlich wie selten, dürfen sich zunächst eisig aneinander abarbeiten, um sich dann in einem Moment fast zärtlich zu begegnen.

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