Film Luciano Pavarotti auf der Kinoleinwand: Dokumentarfilm über den Jahrhundert-Tenor

AUTOR/IN
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
10:05 Uhr
Sender
SWR2

Große Bühnen, neun hohe Cs, ein weißes Taschentuch: Luciano Pavarotti war einer der größten Tenöre des 20. Jahrhunderts. Jetzt ist er auch Film-Held.

„Wie soll man sich in 100 Jahren an Sie erinnern?“, wird Luciano Pavarotti gefragt. Der Opernstar blickt direkt in die Kamera und denkt über diese Frage nach.

Trailer von „Pavarotti“

Dauer

Hinter der Kamera sitzt seine Ehefrau Nicoletta Mantovani. Regisseur Ron Howard greift für das Biopic „Pavarotti“ zum Teil auf private Familienaufnahmen zurück, ebenso wie auf öffentliches Archivmaterial wie Konzertmitschnitte und ehemalige Interviews.

Buntes Leben in schnellen Schnitten

Zahlreiche Fotos und auch Zeitungsartikel und Konzertplakate bebildern alle Phasen des bunten Lebens Luciano Pavarottis. Der Cutter des Films Paul Crowder schneidet diese Elemente dramaturgisch geschickt und schnell zur Musik.

Dabei machen Archivaufnahmen immer noch den größten Teil des Films aus. Aber auch über zwanzig neue Interviews mit wichtigen Wegbegleitern Pavarottis gibt es zu sehen: seine Ehefrauen Adua Veroni und Nicoletta Mantovani, seine drei Töchter, seine Manager, außerdem Konzertveranstalter und andere große Musiker wie Plácido Domingo, José Carreras und Lang Lang.

Luciano Pavarotti malt, spielt Fußball, singt den Namen der Tochter

Pavarottis Kindheit, sein Familien- und Konzertleben, seine Meisterklassen, Proben, Wohltätigkeits-Projekte und Auftritte zusammen mit anderen Musikern sind zu erleben. So zum Beispiel das legendäre Konzert der „Drei Tenöre“ in Rom 1990 während der Fußball-WM und das Konzert im Londoner Hyde Park, bei dem Pavarotti eine Arie für Lady Diana sang.

Schließlich sieht man die Pavarotti&Friends-Konzerte in Modena. Weniger die Details seines Gesangs stehen im Vordergrund des Films sondern der Charakter, der Mensch hinter der Bühne wird gezeigt. Wir erfahren alltägliches: was Pavarotti aus Italien mit auf Konzertreisen nahm, mit wie vielen Koffern er verreiste und welches sein Lieblingsgericht war.

So privat und nahbar hat man Luciano Pavarotti auf der Leinwand sicher noch nicht gesehen. Er malt, spielt Fußball und singt den Namen seiner jüngsten Tochter Alice.

Selbstzweifel und Lampenfieber

Einen kleinen Einblick erhält man auch in Pavarottis persönliche Konflikte: seine Trauer, weit weg von der Familie zu sein, seine Ängste und Selbstzweifel und sein starkes Lampenfieber.

Dramatische Situationen in Pavarottis Leben werden dabei durch die Musik deutlich hervorgehoben und in emotional hoch aufgeladene Szenen verwandelt. Im Vordergrund stehen jedoch seine unbändige Lebenslust, sein Optimismus und sein Vertrauen in die Menschen.

Ständige Musikuntermalung

Nahezu einhundert Musiktitel wurden verwendet. Um die Interpretationen Pavarottis in unterschiedlichen Umgebungen nachzuempfinden, wurde der Ton mit der Sorround-Technik Dolby-Atmos bearbeitet.

So klingt Luciano Pavarottis Stimme im Proberaum anders als open air oder im Konzertsaal. Die Haltung der Filmemacher zum Startenor Pavarotti ist unverkennbar: Regisseur Ron Howard ist Laie im Opernbereich und bei der Entstehung des Films zu einem großen Fan geworden.

Kurzweiliges, emotionales Porträt

„Pavarotti“ ist ein umfassendes, kurzweiliges und emotionales Porträt. Durch die Aussagen der vielen Wegbegleiter und die privaten Aufnahmen entsteht ein authentisches Bild des Sängers. Es ist ein Film für eine große Zuschauerschaft – ganz so, wie Luciano Pavarotti stets die Oper verstand: als Musik für ein breites Publikum.

AUTOR/IN
STAND