Film Beharrer und deutscher Papst– Kino-Doku über Joseph Ratzinger

AUTOR/IN
Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Er war der „deutsche Papst“ und ein Beharrer: Joseph Ratzinger, auf dem Papstthron Benedikt XVI. 2013 trat er zurück und inzwischen verblasst er hinter seinem Nachfolger Franziskus I. Der dokumentarische Essay "Verteidiger des Glaubens" von Christoph Röhl erzählt den Lebensweg Ratzingers mit der freundlichen Erzählstimme von Ulrich Tukur nach.

Die Kino-Doku „Verteidiger des Glaubens“ von Christoph Röhl ist großartig, sie lässt Freunde Ratzingers und enge Mitarbeiter, Kollegen, aber auch Gegner zu Wort kommen. Zu sehen ist ein ausgewogenes und faires Portrait von Ratzingers Leben und Werk, stellenweise empathisch, und trotzdem in seiner Position ganz eindeutig.

Film „Verteidiger des Glaubens“ von Christoph Röhl

Verteidiger des Glaubens (Foto: Pressestelle, Verleih Real Fiction)
Der Film erzählt die Lebensgeschichte von Joseph Ratzinger, dem deutschen Papst Benedikt XVI., dessen Lebensaufgabe es war, die Kirche und ihre Werte zu bewahren. Pressestelle Verleih Real Fiction Bild in Detailansicht öffnen
Während seiner 30jährigen Tätigkeit innerhalb des Vatikans sorgte Ratzinger maßgeblich für den Erhalt der reinen katholischen Lehre. Pressestelle Verleih Real Fiction Bild in Detailansicht öffnen
Die Rolle, die Ratzinger beim Aufbau von Machtstrukturen im Vatikan spielte, wird genauso verdeutlicht wie der Vertrauensverlust, den die katholische Kirche bis heute erleidet - und den der ehemalige Papst mitzuverantworten hat. Pressestelle Verleih Real Fiction Bild in Detailansicht öffnen
Die Interviewpartner im Film, die alle im klerikalen System des Vatikans tätig waren, stellen das propagierte Bild von Ratzinger als "bescheidenen Gelehrten" jedoch infrage. Pressestelle Verleih Real Fiction Bild in Detailansicht öffnen
In den Blick rutschen auch Ratzingers Vertraute und Berater, von denen etliche in Missbrauchsfälle und Korruptionsskandale verwickelt waren. Pressestelle Verleih Real Fiction Bild in Detailansicht öffnen

Die katholische Kirche als Gebäude aus Furcht, Schuld und Kontrolle

Der Film schildert die katholische Kirche als Gebäude aus Furcht, Schuld und Kontrolle, in dem antidemokratisches Denken, Ideen von „jüdischer Weltverschwörung“ und „islamischer Bedrohung des Abendlandes“ fast Konsens sind. Vor allem übt er harte Kritik an der reaktionären Seite des Katholizismus, für die Ratzinger steht.

Der Missbrauchsskandal blamierte das System Ratzinger

Ratzinger stand auch für ein totalitäres Verständnis von Kirche. Unter Johannes Paul II. nahm der Einfluss von Apokalyptikern und Sektierern zu. Dann wurde Ratzinger selbst Papst und die Probleme, mit denen er schon als Kardinal gekämpft hatte, blieben weiter ungelöst. Der Missbrauchsskandal blamierte das System Ratzinger endgültig.

Dauer

Joseph Ratzinger war Opfer seiner eigenen Verblendung

In Röhls spannendem Film erscheint Joseph Ratzinger vor allem als Opfer seiner eigenen Verblendung. Als ein bemerkenswert wirklichkeitsfremder Mensch und schlechter Menschenkenner. Und man erfährt viel über die Kirche.



AUTOR/IN
STAND