Film Marthe Cohn wird 100: Film über jüdische Spionin bei den Hofer Filmtagen

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Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Jahrzehntelang hatte sie geschwiegen, bevor sie ihre atemberaubende Geschichte erzählte: Die französische Jüdin Marthe Cohn wurde von der Résistance wegen ihrer perfekten Deutschkenntnisse als Spionin über die Grenze nach Nazi-Deutschland geschickt, um kriegswichtige Vorhaben für die Alliierten auszukundschaften.

Marthe Cohns leidgeprägtes und hochdramatisches Leben wird nun in einem Dokumentarfilm erzählt. Sie wuchs in einer jüdischen Familie in der Nähe von Metz auf. Ihr Verlobteer und ihre Schwester wurden von den Nazis ermordet. Im Alter von 24 Jahren wurde sie vom französischen Geheimdienst rekrutiert.

Die jüdische Spionin Marthe Cohn (Foto: ard-foto s1, Nicola Hens)
Marthe Cohn als Angehörige der französischen Armee in den 40-er Jahren ard-foto s1 Nicola Hens

Deutscher Gefangener schrieb Martha Cohn fingierte Liebesbriefe

Um die deutschen Linien 1944 beim alliierten Angriff ausspionieren zu können, verschaffte ihr der Geheimdienst gefälschte deutsche Papiere und eine unglaubliche Cover-Story. Um sich als Verlobte eines deutschen Kriegsgefangenen ausgeben zu können, zwangen ihre Auftraggeber einen deutschen Gefangenen, Liebesbriefe an Cohn zu schreiben. Als Frau habe sie sehr viel leichter als Männer spionieren können, erinnert sie sich, da letztere ohne Uniform sofort aufgefallen wären.

Am 23. Oktober hat der Dokumentarfilm „Chichinette – wie ich zufällig Spionin wurde“ Deutschlandpremiere bei den internationalen Hofer Filmtagen.

53. Internationale Hofer Filmtage vom 22. bis zum 27. Oktober 2019 in Hof.

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