Filmstill 1917 (Foto: Pressestelle, Universal)

Filmkritik Das Grauen des Ersten Weltkriegs – „1917“ von Sam Mendes

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6:00 Uhr
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SWR2

Vorschusslorbeeren gibt es bereits viele für „1917“, den neuen Spielfilm des britischen Regisseurs Sam Mendes. Nach zwei Golden Globes für den Kriegsfilm in den zwei wichtigsten Kategorien „Bester Film“ und „Beste Regie“ wurde er jetzt auch für zehn Oscars nominiert.

Film „1917“ von Sam Mendes

Filmstill (Foto: Universal Pictures)
April 1917: Der Erste Weltkrieg befindet sich auf seinem grausamen Höhepunkt. In Frankreich belagern sich deutsche und britische Einheiten in den Schützengräben. Universal Pictures Bild in Detailansicht öffnen
Als die Moral in den Truppen zunehmend schlechter wird, schickt der britische General Erinmore (Colin Firth) zwei seiner Soldaten auf eine gefährliche Reise. Pressestelle Universal Bild in Detailansicht öffnen
Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) sollen das zerbombte Land zwischen den Briten und den Deutschen durchqueren und eine Nachricht an ein anderes britisches Bataillon überbringen. Pressestelle Universal Bild in Detailansicht öffnen
Schaffen die beiden Rekruten es nicht rechtzeitig, wird dieses Bataillon in einen deutschen Hinterhalt tappen und rund 1500 britische Soldaten werden sinnlos ihr Leben verlieren. Pressestelle Universal Bild in Detailansicht öffnen
Besonders für Blake ist die Mission von großer Brisanz: sein Bruder Leslie kämpft in dem Bataillon, das in den Hinterhalt zu tappen droht. Pressestelle Universal Bild in Detailansicht öffnen
Regisseur Sam Mendes verdichtet die Ereignisse des Ersten Weltkrieges auf einen einzigen Tag. Der Film, der in einer One-Shot Aufnahme gedreht wurde, stellt die Mission der Soldaten in Echtzeit dar. Pressestelle Universal Bild in Detailansicht öffnen

Ein hochgefährlicher Auftrag zwischen Schützengräben und Minenfeldern

Mit ruhigen Bilder beginnt dieser unruhige Film: Auf einer Wiese ruhen sich zwei Soldaten in britischen Uniformen aus. Von den beiden Unteroffizieren an der  Westfront des Ersten Weltkriegs erfahren wir nur die Nachnamen, Schofield und Blake.

Ihr General schickt sie als Melder auf eine hochgefährliche Mission. Durch das Niemandsland sollen sie sich auf dem direkten Weg zu einer vorgeschobenen Stellung durchschlagen und den dortigen Einheiten einen Befehl übermitteln.

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Im Wettlauf gegen die Zeit

Die Aufgabe ist damit gesetzt. Im Wettlauf gegen die Zeit müssen die zwei nicht nur immer wieder Stacheldraht und verlassene Schützengräben überwinden, Leichenberge und riesige Granattrichter, Minenfelder und Sprengfallen. Sie sind dabei auch ständig von Scharfschützen des Feindes bedroht, ebenso möglichen Fliegerangriffen, versprengten Truppenteilen und einzelnen Gegnern ausgesetzt.

Beeindruckendes „One-Shot-Movie“

Regisseur Sam Mendes hat sich entschieden, seine Geschichte als „One-Shot-Movie“, also in einer einzigen Einstellung und der subjektiven Perspektive der beiden Hauptfiguren, zu erzählen. Stress, ständige Bedrohung, immer neue Schockerlebnisse - der Taumel des Augenblicks wird für den Zuschauer intensiv gespürt.

Sam Mendes zeigt das Grauen des Krieges.

Als Spielfilm über den Ersten Weltkrieg ist dieser Film ein Solitär. Seine Haltung zum Krieg ist von den bekannten Mustern weit entfernt. Nicht „Stahlgewitter“, kein „Im Westen nichts Neues“- Pazifismus. Sam Mendes zeigt das Grauen des Krieges.

„1917“ ist weniger ein Film über den Krieg an sich sondern ein existentielles Drama über Menschen in Todesgefahr. Hier wird das Historiendrama zu einem aktuellen Film mit universaler Dimension.

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