Film „All I Never Wanted“ – Mockumentary über den Zwang zur Selbstinszenierung

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Sendedatum
Sendezeit
18:40 Uhr
Sender
SWR2

„All I Never Wanted“ folgt teils fiktiv, teils dokumentarisch vier Frauen bei ihren Versuchen erfolgreich zu sein im Zeitalter von Schönheitsdiktat und Instagram-Wahn.

Mareille und Nina träumen von der großen Karriere

Nina, noch Schülerin, will unbedingt Model werden. Darum reist sie nach Mailand, um sich dort unter Hunderten einzureihen, die den gleichen Traum träumen. Die gut 40-jährige Mareile ist in ihrer Serien-Rolle den Serientod gestorben und durch eine jüngere Darstellerin ersetzt worden.

Film „All I never wanted“ von Annika Blendl und Leonie Stade

Filmstill: All I never wanted (Foto: Pressestelle, EclairPlay)
Die 42-jährige TV-Serienheldin Mareile (Mareile Blendl) wird von einer jüngeren Schauspielerin ersetzt und muss sich nun auf dem harten Arbeitsmarkt neu behaupten. Pressestelle EclairPlay Bild in Detailansicht öffnen
Die Tatsache, dass sie von einer jüngeren Schauspielerin ersetzt wurde, versetzt Mareile in eine Midlife-Crisis. Pressestelle EclairPlay Bild in Detailansicht öffnen
An einem Provinztheater findet sie eine Anstellung, wo jedoch Vieles anders läuft, als Mareile das aus ihrem alten Job gewohnt war. Pressestelle EclairPlay Bild in Detailansicht öffnen
Gleichzeitig bricht die 17-jährige Nina (Lida Freudenreich) ihr Abitur ab, um als Model ganz groß durchzustarten. Pressestelle EclairPlay Bild in Detailansicht öffnen
Doch auch Nina lernt schnell, dass der Karrierestart in Mailand nicht so einfach ist, wie sie sich das vorgestellt hat. Pressestelle EclairPlay Bild in Detailansicht öffnen

Witzige Mischung zwischen Spielfilm und Doku

Und dann sind da noch die zwei Filmemacherinnen. Sie wollen ihren Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München machen. Dafür gelingt ihnen der Deal mit einem ziemlich unangenehmen Macho-Produzenten für einen reportageartigen Dokumentarfilm und so begleiten sie mit der Kamera nun das Nachwuchs-Modell bei ihren ersten Schritten auf der Karriereleiter und die Schauspielerin bei ihrem Kampf um Hauptrollen und gegen den drohenden Abstieg.

Film im Film

Film im Film. Das hat man schon gesehen. Aber hier wird dieses Motiv noch eine Drehung weiter gedreht, denn die Regisseurinnen heißen Leonie Stade und Annika Blendl, also ganz genau so wie die Regisseurinnen dieses Films.

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Kluger und facettenreicher Film

Genau mit der Spannung zwischen den Polen Wahrheit und Fake spielt „All I Never Wanted“. Annika Blendl und Leonie Stade haben eine „Mockumentary“ gedreht, einen Film, der teils fiktiv, teils dokumentarisch ist. Er ist deshalb so witzig und funktioniert, weil wir Zuschauer nie sicher sein können, was wir gerade sehen.

Hinzu kommt, dass dieser Film ziemlich klug und facettenreich ist.

Satire auf das PR-Zeitalter

„All I Never Wanted“ ist eine Satire. Am Ende machen alle Figuren tatsächlich mit bei der permanenten Selbstinszenierung unserer Gesellschaft und tun alles das, was sie nie gewollt haben. Der Film ist eine freche und kluge Komödie der Irrungen und Wirrungen unseres PR-Zeitalters.

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