Doku Entscheidung der Kanzlerin: ZDF-Dokudrama über „Merkel und die Flüchtlinge“

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Das ZDF sendet ein Dokudrama über den 4. September 2015 und Angela Merkels Entscheidung, die Grenze nach Österreich nicht für Flüchtlinge zu schließen. Damit wolle man zeigen, „unter welchen Umständen, mit welchen Informationen und unter welchem Druck die Kanzlerin entscheiden musste – und weshalb sie nicht anders handelte“, so Stefan Brauburger Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte.

Hätte Angel Merkel anders entscheiden können?

„Gab es damals noch Spielraum, anders zu entscheiden?“, fragt Stefan Brauburger in SWR2 mit Blick auf die berühmte Entscheidung von Angela Merkel, die Grenzen im Herbst 2015 nicht zu schließen - und gibt selbst die Antwort: „Darüber kann sich nur jeder sein eigenes Urteil bilden.“

Auf der Suche nach Antworten habe sich das ZDF bewusst für ein Dokudrama entschieden. Diese Form biete die Chance, Geschichte jenseits verfügbarer Aufnahmen greifbar zu machen. Zugleich stecke in dem Begriff, so Brauburger, auch das Wort „Doku“ – „dass der Inhalt so weit wie nur irgend möglich auf dokumentierbarem Wissen beruhen soll.“

Menschen mit Gewalt stoppen? „Das wollte niemand.“

Das Dokudrama solle dabei das Geschehen nicht von den Folgen her reflektieren, sondern den Moment des Geschehens rekonstruieren, erläutert Stefan Brauburger: „Was hätte es bedeutet, die Grenzen dichtzumachen, nicht zu erlauben, dass die Menschen nach Deutschland kommen können? Sie hätten ja theoretisch irgendwo gestoppt werden müssen. Und wie? Womöglich mit Gewalt. Das wäre die Alternative gewesen. Und die wollte niemand.“

Hätte allerdings Angela Merkel die weiteren Entwicklungen absehen müssen? Das sei, so Brauburger, schon wieder eine andere Frage.

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