Film „A Rainy Day in New York“ von Woody Allen kommt nicht in die US-Kino

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6:00 Uhr
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SWR2

Obwohl „A Rainy Day in New York“ von Woody Allen in Manhattan spielt, kommt die Liebeskomödie nicht in die US-Kinos. Amazon kündigte nach erneuten  Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung den Vertrag mit Filmemacher. Bret Stevens, Journalist der New York Times, warnt vor  vor Vorverurteilungen und Kampagnen, die das Leben der Beschulditen zerstören und dabei keiner rechtlicher Überprüfung standhalten würden.

Bis 2017 wollte jeder Schauspieler in einem Woody-Allen-Film auftreten, die Hollywood-Studios rissen sich um ihn. 2019 findet sein neuer Film „A Rainy Day in New York“ keinen amerikanischen Verleih, die Produktionsfirma Amazon kündigte den Vertrag mit dem Regisseur, die Rechte an seinem Film musste sich Woody Allen vor Gericht erstreiten.

Missbrauchsvorwürfe im Sorgerechtsprozess

Vor 27 Jahren zeigte seine Ex-Frau Mia Farrow den Regisseur wegen Kindesmissbrauchs an – mitten in einem Sorgerechtsprozess. 1992 soll Woody Allen seine damals siebenjährige Adoptivtochter Dylan missbraucht haben. Zwei Gutachten fanden keinen Nachweis für einen Missbrauch, ein Staatsanwalt meldete daran Zweifel an.

Woody Allen am Set (Foto: Gravier Productions)
Woody Allen am Set von „A Rainy Day in New York“ mit Hauptdarsteller Timothée Chalamet. Er distanzierte sich ebenso wie Elle Fanning nach den Dreharbeiten vom Regisseur. Gravier Productions

Heikles Thema in den USA

2018 trafen die alten Vorwürfe auf neuen, fruchtbaren Boden. Bret Stevens, Journalist der New York Times, ist einer der wenigen, die in den USA offen über das heikle Thema sprechen. Er hält der #MeToo Bewegung zugute, dass viele Männer wegen sexueller Belästigung zurecht verfolgt und bestraft werden. Das Leben vieler anderer würde aber zerstört durch Anschuldigungen, die keiner rechtlicher Überprüfung standhalten würden.

Kampagne in den sozialen Medien gegen Woody Allen

Nachdem eine Kampagne in den sozialen Medien gegen Woody Allen losbrach, konnte Amazon 2018 den langfristigen Vertrag mit ihm nicht schnell genug kündigen. Die beiden Hauptdarsteller des Films distanzierten sich von ihrem Regisseur und spendeten ihre Gage.

Plädoyer für mehr Fairness

Beide Seiten eines Falles zur Kenntnis nehmen, dafür plädiert der Journalist Bret Stevens. Diese Verpflichtung habe jeder, der einen anderen, auch einen Prominenten, beschuldigt, ein solch grausames Verbrechen begangen zu haben.

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