FernsehFilmFestival Baden-Baden (Foto: ard-foto s1, SWR)

Film Das Fernsehfilmfestival Baden-Baden 2019

Das FernsehfilmFestival Baden-Baden zeigt jedes Jahr die besten deutschsprachigen Fernsehfilme des Jahres. 12 Filme liefen im Wettbewerb um den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Hans Abich Preis für die Regisseurin und Drehbuchautorin Julia von Heinz

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Julia von Heinz erhält den Hans Abich Preis 2019, ausgezeichnet wird sie vor allem für ihren Umgang mit Frauenrollen. Eine Kostprobe davon gab sie im Wettbewerb des Fernsehfilm Festivals mit dem SWR-Tatort „Für immer und dich“. Für ihre Regie gab es von der Fernsehfilm-Jury einhelliges Lob.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Die Fernsehfilme im Wettbewerb

Film Die Wettbewerbsfilme des FernsehfilmFestivals Baden-Baden 2019

FernsehFilmFestival Baden-Baden (Foto: ard-foto s1, NDR Julia von Vietinghoff)
„Hanne”: Nach ihrem letzten Arbeitstag vor der Pensionierung erfährt Hanne (Iris Berben) von einer möglichen Krebserkrankung. Sie verbringt das Wochenende in einer fremden Stadt, um die Diagnose zu bekommen. Planlos lässt sie sich durch die schwere Wartezeit treiben. Dabei schwebt sie zwischen neuer Lust auf Abenteuer und nie gekannter Nähe zu anderen Menschen sowie panischer Angst. Auch wenn der Verdacht sich bestätigen wird: Hanne erkennt den Wert des Lebens, das man mit beiden Händen greifen sollte. ard-foto s1 NDR Julia von Vietinghoff Bild in Detailansicht öffnen
Tatort „Für immer und Dich“: Ein Mann und ein Teenager fahren durch den Schwarzwald. Als ein Jugendlicher den beiden eine Laptoptasche klaut, wird der Mann nervös und verfolgt den Dieb. Wenig später hat er die Tasche wieder. Der Dieb und sein Moped aber liegen im Abgrund. Kommissar Friedemann Berg ermittelt, während seine Kollegin Franziska Tobler den Fall eines seit zwei Jahren verschwundenen Mädchens untersucht. Gibt es einen Zusammenhang? ard-foto s1 SWR Bild in Detailansicht öffnen
Tatort „Friss oder Stirb”: Mit seiner Frau und seiner Tochter wird der CEO Anton Seematter in seiner luxuriösen Villa von einem Geiselnehmer überrascht. Der Eindringling ist Mike Liebknecht, ein deutscher Arbeitsloser. Kurze Zeit später stehen auch Liz Ritschard und Reto Flückiger vor dem abgeriegelten Anwesen. Sie ermitteln im Fall des Mordes an einer Wirtschaftsprofessorin und wollen den CEO routinemässig befragen. Als sie klingeln, werden sie von Liebknecht unter vorgehaltener Waffe gezwungen, die Villa zu betreten, und ebenfalls in Geiselhaft genommen. SRF - Daniel Winkler Bild in Detailansicht öffnen
„Tödliches Comeback”: Kleinganove Roy Singer setzt auf die Wiederbelebung seiner alten Combo Roy’s Four, inklusive Comeback-Show und Plattenvertrag. Frontmann der Band war allerdings Roys Sohn Bruno, damals zarte acht Jahre alt und 20 Jahre später immer noch wohnhaft bei Mutti. Heute ein Polizist mit Ambitionen. Mit Vater und Kompagnon Siggi zu Hause droht Brunos Leben völlig aus den Fugen zu geraten. ard-foto s1 NDR Bild in Detailansicht öffnen
„Bist du glücklich?”: Nach 13 Ehejahren haben sich Sonja und Marc getrennt. Um ihr Wochenendhaus zu verkaufen, begeben sie sich auf eine letzte gemeinsame Fahrt. Als es zu einer Verzögerung kommt, müssen die beiden die Nacht in ihrem Haus verbringen. Die Suche nach den Gründen für das Scheitern ihrer Ehe führt Sonja und Marc in ihren Erinnerungen zurück in die Zeit des Glücks, des Streits und der unterschiedlichen Vorstellungen davon, was Liebe eigentlich ist. Im Morgengrauen ist das Paar an einem Punkt, an dem ein einziges Wort alles ändern könnte. ard-foto s1 HR Bild in Detailansicht öffnen
Tatort „Murot und das Murmeltier”: Als sich LKA-Ermittler Felix Murot morgens zu einer Geiselnahme in eine Bank begibt, versucht er den Bankräuber zur Aufgabe zu überreden. Im letzten Moment geht etwas schief. Murot wird erschossen und wacht schweißgebadet zu Hause wieder auf. Alles wiederholt sich. Wieder wird er zu dem Banküberfall gerufen. Murot ist gezwungen, die Handlung wieder und wieder durchzuspielen. ard-foto s1 HR Bild in Detailansicht öffnen
„Klassentreffen”: Vor 25 Jahren haben sie Abitur gemacht – oder es hätten machen können. Nun sehen sie sich beim Klassentreffen wieder, die ehemalige Klassenbeste, das ehemalige Genie, die Ex-Klassengöre, der Ex-Klassen- Arsch. Alle sind mittlerweile Mitte 40 und stehen auf einmal den Leuten gegenüber, mit denen sie sich damals ihr zukünftiges Leben erträumt haben. Ohne den vollständigen Lebensweg aller anderen Figuren zu kennen, improvisierten die Darsteller auf Basis ihrer Rollenprofile und der eigenen Lebenserfahrung. ard-foto s1 WDR Wolfgang Ennenbach Bild in Detailansicht öffnen
„Das Wunder von Wörgl”: Der neue Bürgermeister von Wörgl, Michael Unterguggenberger, will mit „Arbeitswertscheinen“ mitten in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre die Gemeinde sanieren. Außer Ehefrau Rosa will niemand das „Spielgeld“ akzeptieren. Selbst Sohn Michi glaubt lieber den Naziparolen von Metzger Toni. Erst nach einem Appell des Pfarrers beginnt die Wirtschaft mit den Arbeitswertscheinen zu florieren. Doch für manche wird Unterguggenberger gerade damit zu einer großen Bedrohung. ard-foto s1 BR Bild in Detailansicht öffnen
„Lotte am Bauhaus“: Die Tischlerstochter Lotte Brendel kommt an das Weimarer Bauhaus, die Schule für Kunst und Gestaltung unter dem charismatischen Walter Gropius. Dank ihrer Kreativität setzt sie sich durch und entwickelt mit ihrem Freund Paul gemeinsame Projekte, muss aber als Frau trotz propagierter Gleichberechtigung um Anerkennung kämpfen. Auch der zunehmende Druck, dem das Bauhaus durch rechtskonservative und nationalistische Kräfte ausgesetzt ist, macht sich bemerkbar. ard-foto s1 MDR/ARD Degeto/SWR - Stanislav Honzik Bild in Detailansicht öffnen
„Play“: Die 17-jährige Jennifer fühlt sich unwohl und einsam. Sie ist mit ihren Eltern umgezogen, findet keinen Anschluss bei den neuen Mitschülern. Das Virtual Reality Game Avalonia wird zu ihrem Lebenselixier: Für die kostbaren Spielmomente setzt sie sich über sämtliche Ermahnungen, Beschränkungsversuche und Verbote hinweg. Nur das exzessive Abtauchen in die virtuelle Fantasy-Welt macht Jennifer glücklich. Doch dabei gerät ihr Leben zwischen realer und virtueller Welt immer weiter aus der Balance. ard-foto s1 BR/ ARD Degeto, Sappralot Produktions GmbH, Alexander Fischerkoesen Bild in Detailansicht öffnen
„Ein ganz normaler Tag”: Der erste Fall der jungen Staatsanwältin Jessica Maurer scheint klar: In der Straßenbahn wird ein Schwarzer von zwei Jugendlichen provoziert, verspottet und verprügelt. Das Duo wird noch am Tatort gestellt und verhaftet, das Opfer liegt im Koma. Doch trotz des eindeutigen Tathergangs fehlen plötzlich Beweismittel: Die Zeugen korrigieren ihre Aussage oder wollen gar nichts mehr gesehen haben. Kann die Staatsanwältin für Gerechtigkeit sorgen? obs/SAT.1/Stefan Erhard Bild in Detailansicht öffnen
„Stumme Schreie”: Jana Friedrich macht ein Praktikum im renommierten Berliner Institut für Rechtsmedizin. Doch Fälle von Kindesmisshandlung hinterlassen ihre Spuren bei der jungen Ärztin. Als ein Säugling durch ein Schütteltrauma ums Leben kommt, mischt sie sich aktiv in den Fall ein. Dabei hält sich Jana nicht an gesetzliche Vorschriften und riskiert so nicht nur den Widerstand von Eltern und Jugendamt, sondern bringt sich auch selbst in Gefahr. ZDF Britta Krehl Bild in Detailansicht öffnen

Mehrheitlich weiblich besetzte Jury beim FernsehFilmfestival

Ein großes Themenspektrum hat die mehrheitlich weiblich besetzte Jury an den ersten beiden Tagen des FernsehfilmFestivals in Baden-Baden bereits behandelt. Viel Zustimmung gab es für den Film „Play“ über ein computerspielsüchtiges Teenie-Mädchen. Der Sat1-Film „Ein ganz normaler Tag“ über rassistische Gewalt und Zivilcourage wurde dagegen verrissen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Abbilden, was in der Gesellschaft gerade passiert

Viele gesellschaftspolitische Themen würden in den Filmen aufgegriffen, von Spielsucht bis Familiendramen, so Festivalleiterin Catrin Ehrlich in SWR2. „Die zwölf Filme bilden ab, was in unserer Gesellschaft gerade passiert“, so die Festivalleiterin.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Murmeltier-Tatort mit Ulrich Tukur

Ulrich Tukur gehört zu den renommiertesten Filmschauspielern Deutschlands. Bekannt ist er für seine Rolle als Kommissar Felix Murot im Wiesbadener Tatort. „Murot und das Murmeltier” gilt als einzigartiger, experimenteller Film, in dem Murot wie in einem Wachtraum das Tatgeschehen immer wieder neu durchleben muss.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
14:05 Uhr
Sender
SWR2

Tatort zu Missbrauch und Kindesentführung nach dem Fall Maria H.

Der Fall der Maria H. aus Freiburg hat bundesweit Schlagzeilen gemacht. Ein 13-jähriges Mädchen wird vermisst, über fünf Jahre ist sie unterwegs mit einer älteren Internetbekanntschaft. Vor einigen Monaten ist sie nach Hause zurückgekehrt, der Mann wurde später verhaftet. Zu dem Zeitpunkt war der Schwarzwald-Tatort „Für immer und dich“ schon fast fertig, der am 10. März in Das Erste gelaufen ist.

Dauer

„Lotte am Bauhaus” über Misogynie in der Architekturschule

In Anlehnung an das Leben der Kunsthandwerkerin Alma Buscher erzählt der ARD Mittwochsfilm „Lotte am Bauhaus” die schwierigen Bedingungen für Frauen an der Architekturschule während der 20er Jahre. Obwohl Frauen prägende Ideen hatten und das Bauhaus für Frauen offen sein wollte, prallten sie auf zunehmende Ablehnung und auch Misogynie, so die Buchautorin Ulrike Müller.

Dauer

FernsehfilmFestival Baden-Baden 2019 vom 25. bis 29. November im Kurhaus Baden-Baden.

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