Film „Deutschstunde“ neu verfilmt von Christian Schwochow

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Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Der Regisseur Christian Schwochow gilt als Experte für deutsch-deutsche Geschichten. Aufgewachsen als Kind einer Intellektuellen-Familie in Ost-Berlin, zog der Jugendliche nach der Wende nach Hannover. In seinen Filmen, darunter „Westen“, die Literatur-Adaption „Der Turm“ und „Bornholmer Straße“, beschäftigt sich Schwochow immer wieder mit der Geschichte der Teilung, die er selbst so hautnah erlebte.

In seinem neuen Film geht Schwochow weiter in die Vergangenheit zurück: „Deutschstunde“ nach dem Roman von Siegfried Lenz spielt in der NS-Zeit. Lenz geht darin der Frage nach, wie falsch verstandene Pflicht eine Nation in den Abgrund treiben kann.

Film „Deutschstunde“ von Christian Schwochow

Deutschstunde von Christian Schwochow (Foto: Pressestelle, WildBunch Germany)
In einer deutschen Strafanstalt, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, soll Siggi Jepsen (Tom Gronau) einen Aufsatz zum Thema "Die Freuden der Pflicht" schreiben. Nachdem er zunächst keinen Anfang findet, schreibt er schon bald wie besessen seine Erinnerungen nieder. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Siggi (Levi Eisenblätter) erinnert sich: sein Vater Jens Ole Jepsen (Ulrich Noethen) war Polizist und zählte somit im kleinen norddeutschen Heimatdorf der Jepsens zu den Autoritäten. Der Pflicht war er immer rüchhaltlos ergeben. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
So zögert Jens Ole Jepsen auch nicht, seinem langjährigen Freund, dem Maler Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti), ein von den Nazis verhängtes Malverbot auszusprechen und dessen Einhaltung zu überwachen. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Doch so leicht kann sich Nansen nicht geschlagen geben. Auch wenn die Nazis seine expressionistische Kunst für entartet halten, wird er an ihr festhalten. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Maler Nansen ist nicht nur ein Freund der Familie Jepsen, sondern auch Patenonkel des kleinen Siggi, auf dessen Hilfe er baut: Um das Malverbot zu umgehen, bringt er Siggi kurzerhand das Malen bei. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Was Nansen jedoch nicht weiß, ist, dass auch Jens Ole Jepsen seinen Sohn eingespannt hat. Zuhause soll Siggi genau Rapport erstatten, was in Nansens Atelier vor sich geht. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Der Streit zwischen den Freunden eskaliert, als Nansen an seinem Geburtstag erfährt, dass alle seine Bilder von der Polizei konfisziert werden. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Der elfjährige Siggi, auf dem immer mehr Druck lastet, will einfach nur von beiden Männern geliebt werden. Weder weiß er, wie er mit dem Konflikt umgehen soll, noch versteht er ihn. Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Als bei Nansen ein neues Bild gefunden wird, bringt man ihn in ein Gefängnis. Keiner weiß, dass es eigentlich Siggi war, der das Bild malte... Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen
Der Film basiert auf einem Roman von Siegfried Lenz, der sich bei seiner Geschichte vom Maler Emil Nolde inspirieren ließ. Dennoch distanziert sich Regisseur Christian Schwochow klar von Nolde: „Es ist schon lange bekannt, dass er Antisemit und Nationalsozialist war, dass er stark gegen andere Künstler seiner Zeit vorgegangen ist und sie diskriminiert hat, dass er der Führung des Nationalsozialismus nahestand.“ Pressestelle WildBunch Germany Bild in Detailansicht öffnen

Symbolträchtig zum Tag der Deutschen Einheit kommt „Deutschstunde“ ins Kino. In den Hauptrollen Ulrich Noethen und Tobias Moretti.

SWR2 Kritikerin Julia Haungs überzeugt der Film nicht so ganz. "Mehr als ein Mal gleitet der Film ins Melodramatische ab. Die Inszenierung ist überdeutlich und hat in ihrer didaktischen Art oft etwas Betuliches."

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