Fotomontage mit einer Szene aus der ersten Folge der Fernsehserie Lindenstraße (Foto: Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion KG (GFF) -)

ARD-Kultserie Aus für die Lindenstraße ab 2020

Die Kultserie „Lindenstraße“ verschwindet nach fast 35 Jahren vom Bildschirm. Als Grund werden die hohen Kosten angegeben: Etwa acht Millionen Euro kostet die „Lindenstraße“ pro Jahr. Im März 2020 soll die letzte Folge der Lindenstraße in Das Erste ausgestrahlt werden. Die Nachricht über das Ende der Serie kommt zwei Monate nach dem Serientod von Hans Beimer, der von der ersten Folge eine zentrale Figur in der „Lindenstraße“ war.

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Wie das Leben in der Bundesrepublik

„Die Lindenstraße hatte immer den Anspruch, zu sein wie das Leben in der Bundesrepublik“, sagt die Fernsehkritikerin Klaudia Wick in SWR2. Als so genanntes „Weekly“, also eine Serie, die einmal wöchentlich ausgestrahlt wird, erzähle sie jede Woche das Leben ein Stück weiter und bilde ab, was den Menschen passiert, wie sie Tag für Tag älter werden, auch wie die Gesellschaft sich verändere.

„Wenn Sie heute jemanden erklären sollten, warum wir Menschen sind, wie wir sind, würde ich sagen: setzen sie sich eine Weile vor die Lindenstraße, und sie werden verstehen, wie unsere Diskurse laufen und unsere gesellschaftlichen Veränderungen stattfinden“, rät Wick.

Familie Beimer aus der Lindenstraße (Foto: WDR -)
Familie Beimer in den frühen Lindenstraßen-Tagen WDR -

Lindenstraße als Alltagsbegleiter

So sei die Lindenstraße über die mehr als 30 Jahre des Bestehens für viele auch eine Art Alltagsbegleiter geworden, so Klaudia Wick. Das Publikum, das von Anfang an geschaut habe, sei älter geworden, aber die Serie habe es auch immer wieder geschafft hat, über die Jahre neues, junges Publikum zu acquirieren.

Netflix kein Grund für das Aus der Lindenstraße

Der Streaming-Kanal Netflix bediene mit seinen Serien eine ganz andere Art von Serienkultur als die Lindenstraße das je wollte, meint Wick: "Ich glaube nicht, dass die Lindenstraße an Netflix zugrunde gegangen ist, sondern daran, dass die Entscheidung, wofür Geld ausgegeben wird im Fernsehen, sich verschoben hat.

Ein Archiv der Lindenstraße in Berlin

Die Fernsehkritikerin arbeitet gerade daran, in der Kinomathek des Museums für Film und Fernsehen in Berlin ein Archiv der Lindenstraße aufzubauen. Darin will Wick, wie das Verrinnen von Lebenszeit und der Lebensalltag in der Serie widergespielt wird.

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