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Ermittlungen im Jenseits, ein Kommissar mit Doppelgänger - oder ein Spuk in einem Haus mit Opfern einer Mordserie zu DDR-Zeiten. Zum 50. Jubiläum des ARD-Tatorts scheint die Serie mehr sein zu wollen als Mord und Totschlag am Sonntagabend. „Ich glaube, dass es diese Innovation braucht“, meint der Kritiker Matthias Dell im Gespräch mit SWR2. Dell kritisiert für ZEIT ONLINE Tatort- und Polizeiruf-Folgen.

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Er erlebe in seinem Forum, dass die Folgen mit neuen Ideen begeistert aufgenommen werden, berichtet er. Vielfalt sei eine der großen Stärken der Reihe. In Zeiten zahlloser Bewegtbild-Angebote im Internet sei es richtig, Experimente zu wagen: „Das ist der Versuch, an junge Leute heranzukommen, die das klassische Fernsehen nicht mehr sehen".

In Zeiten zahlloser Bewegtbild-Angebote im Internet sei es richtig, Experimente zu wagen: „Das ist der Versuch, an junge Leute heranzukommen, die das klassische Fernsehen nicht mehr sehen“. Zwar müsse sich ein Krimi im öffentlich-rechtlichen Fernsehen generell mit gesellschaftlichen Problemen beschäftigen - aber ohne Zeigefinger. So wie die Folge „Wir kriegen euch alle“ aus München zum Thema Rechtspopulismus.

Nicht zuletzt brauche es heutzutage aber auch Humor in Krimiserien, meint Dell. Die online „Mockumentary“ zum 50.Tatort-Geburtstag sei da genau richtig: In „How To Tatort“ müssen Jasna Fritzi Bauer, Luise Wolfram und Dar Salim unter Beweis stellen, dass sie das Zeug zum Tatort haben.

Außerdem geht es um Sabotage bei den Dreharbeiten: „Da wird erzählt, dass alles eine Verschwörung alter Männer ist, die nicht damit leben können, wenn junge Frauen die Hauptrolle spielen.”

Der Journalist Matthias Dell rezensiert Woche für Woche für ZEIT ONLINE Tatort- oder Polizeiruf-Folgen.

Tatort 50 Jahre Tatort – das letzte fiktionale Fernseh-Lagerfeuer

Seit 50 Jahren gehört er fest zum deutschen Fernsehalltag - der Tatort am Sonntagabend im Ersten. Seit dem „Taxi nach Leipzig" 1970 erreicht der „Tatort", an einem guten Sonntag auch heute noch über 10 Millionen Zuschauer*innen.  mehr...

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