SWR2 Feature „Nachtgespräch“

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Folterüberlebende aus Syrien berichten

Übersetzung: Fadwa und Tarek al Homsi

Morgens liegen sie im Gang mit einem Zettel um den Hals: "Nachtgespräch". Das hat der Wärter drauf gekritzelt, der sie zuvor selbst tötete, weil sie es gewagt hatten, nachts in der Zelle zu sprechen.

"Deshalb habe ich nachts niemals auch nur ein einziges Wort gesprochen."

215.000 Männer, Frauen und Kinder wurden seit 2011 vom syrischen Geheimdienst verhaftet, so die Schätzung syrischer Menschenrechtsorganisationen. Überlebende dieser Foltergefängnisse leben auch in Deutschland. Vier von ihnen legen Zeugnis ab: von überfüllten, stinkenden und stickigen Kerkern. Kein Platz zum Sitzen. Schlafen: in Schichten aufeinander. Essen: eine Kartoffel und dreckiges Wasser. Toilettengang: einmal am Tag. Waschen: nicht. Folter: manchmal täglich.

Die Gefängnisse sind die geheime Waffe des syrischen Regimes. Die Angst davor lässt die Menschen verstummen. Dass sie für dieses Feature ihr Schweigen brechen und von ihrem Martyrium berichten, geschieht zum ersten Mal.

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