Literatur | Radio-Essay EDIT Essaypreis 2019

Zum fünften Mal schreibt die Zeitschrift EDIT einen Essaypreis aus. Der Essay ist eine Welterkundung, die auch Selbsterkundung ist. Sein Anspruch übersteigt das Persönliche und dennoch ist der Essay intim.

Mädchen, 1955, schreibt in Notizbuch (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / United Archiv - Siegfried Pilz)
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Was ist ein literarischer Essay?

Der literarische Essay liebt die Situation, das Jetzt, das Momentane, er saugt es ein in sein Laboratorium der Gegenwart. Sein bestimmendes Prinzip ist der Gang vom Kleinen ins Große, vom Partikularen ins Allgemeine. Als literarische Form ist der Essay somit frei und dennoch verbindlich. Er beginnt in der vielleicht winzigsten Begebenheit und strebt dann in die Welt hinaus. Sein Anspruch übersteigt das Persönliche und dennoch ist der Essay intim.

In der Form einer Collage, biographischen Erzählung oder eines literarischen Porträts, als Liste, Dialog oder Traumfragment wird ein Bild, eine Begebenheit oder eine Erzählung assoziativ so lange gedreht und gewendet, bis ein mit kritischer Energie aufgeladenes Abbild der Gesellschaft aus dem scheinbar beiläufigen Phänomen entstanden ist.

Auf diese Weise entzieht sich der Essay jeder normativen Like/Dislike-Logik. Er interessiert sich nicht für top oder flop, sondern für die Struktur seines Urteils. Er ist eine Welterkundung, die auch Selbsterkundung ist.

Um die besondere literarische Qualität des Essays zu würdigen, schreibt die Literaturzeitschrift EDIT mit den Partnern SWR2, dem Verlag Matthes&Seitz und dem Schreibprogramm Ulysses einen Preis für den literarischen Essay sowie einen Radio Essaypreis aus.

Einen literarischen Essay für den Preis einreichen

  • Einsendeschluss war der 1. Juli 2019, 0:00 Uhr
  • Das Textdokument selbst darf keinen Hinweis auf den/die Verfasser*in enthalten,
  • bitte senden Sie Ihre Kurzbiografie in einer separaten Datei.
  • Der Text darf nicht kürzer als 10 und nicht länger als 15 Seiten sein.

Das Auswahlverfahren

Eine unabhängige Jury ermittelt in einem mehrstufigen Verfahren aus den
eingereichten Titeln zunächst die Shortlist und in einer öffentlichen Jurysitzung am 27. Oktober 2019 die zwei Preisträger*innen. Die sechs Shortlist-Essays werden in der Herbstausgabe der Edit abgedruckt (Erscheinungsdatum: 7. Oktober 2019).

Die Preise

  • Der erstplatzierte Text wird mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro
  • ausgezeichnet, gestiftet von den Entwicklern der Schreib-App Ulysses.
  • Der Radio Essaypreis wird an einen Text verliehen, der besonders für eine
  • Inszenierung im Radio geeignet scheint. Der Text wird in einer Radiofassung bei
  • SWR2 Essay gesendet. Die Autor*in erhält ein Sendehonorar.
  • Digitale Veröffentlichung beider Texte bei Matthes & Seitz Berlin.
  • Die Autor*innen der beiden ausgezeichneten Essays erklären sich mit ihrer
  • Teilnahme am Wettbewerb dazu bereit, im Rahmen einer Preisverleihung am 27.
  • Oktober 2019 öffentlich aus ihren Texten zu lesen. Ort der Verleihung ist Leipzig.
  • Reisekosten werden nicht übernommen.

Mitglieder der Jury 2019

  • Dr. Hanna Engelmeier (Kulturwissenschaftlerin, KWI Essen)
  • Dr. Michael Lissek (Redaktion Essay, SWR2)
  • Steffen Popp (Schriftsteller)
  • Senthuran Varatharajah (Schriftsteller)
  • Martina Wunderer (Lektorin, Suhrkamp)

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