SWR2 Feature Das Generationenprojekt

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Der Uranabbau in Ostdeutschland und seine Folgen

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Der Uranbergbau der Wismut AG und dessen Sanierung

Bergleute beim Uranbergbau der SDAG Wismut im Jahre 1990 (Foto: akg-images / Purkiss Archive -)
Von 1945 bis 1990 förderten Bergleute der SDAG Wismut Uranerz in der DDR. Hier im Schacht Drosen zum Ende des aktiven Bergbaus. Foto, März 1990. akg-images / Purkiss Archive - Bild in Detailansicht öffnen
Historische Plakate aus der DDR Zeit in der Ausstellung "Wismut*Objekt90" in Ronneburg. privat - Thomas Gaevert Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahre 1992 lagern streng gesichert über 3.700 Fässer mit dem sogenannten "Yellowcake" im Aufbereitungsbetrieb Seelingstädt im Landkreis Gera. Jeder dieser Behälter enthält 350 kg Natururan in einer Konzentration von 65 bis 68 Prozent. Der Uranerzabbau der Wismut ist zwar eingestellt worden, infolge des Sanierungsabbaus fiel jedoch weiteres spaltbares Material an. dpa-Zentralbild - Jan-Peter Kasper Bild in Detailansicht öffnen
Das 160 Hektar große Tagebaurestloch Lichtenberg im Sanierungsbetrieb Ronneburg im Jahre 1993. Hier wurde zwischen 1959 und 1976 von der damaligen SDAG Wismut Uranerz übertage abgebaut. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde das bis zu 150 Meter tiefe Restloch mit rund 90 Millionen Kubikmetern Haldenmaterial verfüllt. dpa-Zentralbild - Jan-Peter Kasper Bild in Detailansicht öffnen
Eine historische Luftaufnahme aus dem Jahre 1993 zeigt die einstigen Dimensionen des ehemaligen Schlammteiches Culmitsch der Wismut, einer so genannten industriellen Absetzanlage. In mehrere solcher Becken waren zu DDR-Zeiten bei der Aufbereitung von Uranerz radioaktive und schwermetallbelastete Schlämme eingepumpt worden. Allein die Becken in Culmitzsch bei Ronneburg hatten eine Fläche von rund 158 Hektar. Die trockengelegten Becken sind inzwischen mit sogenannten Geogittern und Geoflies abgedeckt und zugeschüttet. Der Bund stellt für die Wismut-Sanierung in Thüringen und Sachsen insgesamt 6,2 Milliarden Euro zur Verfügung. dpa-Zentralbild - Jan-Peter Kasper Bild in Detailansicht öffnen
Die typischen Spitzkegelhalden, die vom jahrzehntelangen Uranabbau durch die Wismut in dieser Region künden, prägten lange das Bild der einstigen Bergarbeiterstadt Ronneburg. Foto, Mai 1996 dpa-Zentralbild - Jan-Peter Kasper Bild in Detailansicht öffnen
Großgeräte der bundeseigenen Wismut GmbH hinterlassen ihre Spuren im Schlamm einer Sondertrasse unweit von Ronneburg im Jahre 2006. Am gleichen Tag ist mit dem Abtrag der Paitzdorfer Spitzkegelhalden das letzte Großprojekt bei der Sanierung der Bergbaulandschaft in Ostthüringen abgeschlossen worden. Innerhalb eines Jahres sind dabei 8,2 Millionen Kubikmeter Haldenmaterial in einen ehemaligen Uranerztagebau verbracht worden. dpa-Zentralbild - Jan-Peter Kasper Bild in Detailansicht öffnen
Ein Mann misst mit einem Ortsdosisleistungsmessgerät die Strahlenbelastung im Sommer 2017 auf einer sanierten Uranbergbaufläche im Kurpark Bad Schlema (Sachsen). Seit 17 Jahren sanieren der Freistaat und der Bund sogenannte Altstandorte wie Schächte, Stollen, Halden und Anlagen, die bis zum 31. Dezember 1962 stillgelegt und an die Gemeinden und Kommunen zurückübertragen wurden. Diese fallen nicht unter das 1991 beschlossene Wismut-Gesetz und die Sanierung wird nicht zu 100 Prozent vom Bund finanziert. dpa-Zentralbild - Jan Woitas Bild in Detailansicht öffnen

Über vier Jahrzehnte wurde in Sachsen und Thüringen Uranerz gefördert. Verantwortlich dafür war die "Wismut AG", ein von Sowjetunion und DDR gemeinsam geführtes Unternehmen. Es gehörte zum industriell-militärischen Komplex des Ostblocks und lieferte das Material für sowjetische Atomwaffen. Mit der politischen Wende endete auch der Uranabbau in Ostdeutschland.

Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Frank Wolf mit dem Autor Thomas Gaevert (Foto: SWR, Privat - Thomas Gaevert)
Dr. Jan Laubrich, Projektleiter Hydroanlagen der WISMUT GmbH, Ronneburg mit dem Autor Privat - Thomas Gaevert

Doch was bisher unter strenger Geheimhaltung stand, wurde nun zur Gewissheit: Die radioaktiven Altlasten hatten ganze Gegenden fast unbewohnbar gemacht. Es begann Deutschlands größtes Projekt in Sachen Umweltsanierung. Doch die radioaktive Vergangenheit lässt sich nicht einfach zuschütten. Sie rumort in der Tiefe und drängt immer wieder nach oben. Wie geht man heute damit um?

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