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2010 fand man Bruno S. in seiner Berliner Wohnung tot am Flügel sitzend.

Er war 68 Jahre alt, hatte seinen Nachnamen halbwegs erfolgreich geheim gehalten und galt als "unbekannter Soldat des deutschen Films". So nannte ihn sein Entdecker, der Regisseur Werner Herzog.

Musikinstrumente waren für Bruno S. Freunde und Familie. 23 Jahre verbrachte er in Heimen und sogenannten Besserungsanstalten, darunter die berüchtigten Wittenauer Heimstätten, wo während des Nationalsozialismus vermeintlich geistesschwache Kinder Opfer ärztlicher "Experimente" wurden.

Erst 1956 "geht der Bruno in Freiheit", wird Gabelstaplerfahrer und zieht als Moritatensänger über Berlins Hinterhöfe. Seine Tiefe und Tragik beeindrucken Werner Herzog, der ihn für die Rolle des "Kaspar Hauser" engagiert.

Sie gewinnen die "Goldene Palme" in Cannes. Doch den Menschen traute Bruno lange Zeit "nur soweit, wie ein Schwein scheißen tut!"

(Koproduktion: SWR/RBB 2013)

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