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Der langjährige Lateinamerika-Kenner Peter B. Schumann blickt zurück auf zwei gescheiterte revolutionäre Versuche: In Nicaragua fegten 1979 die Sandinisten den Somoza-Clan hinweg und etablierten eine Demokratie. Doch der erste gewählte Präsident Daniel Ortega gestaltet heute das Land systematisch zu einer Familien-Diktatur um.

In Venezuela versuchte Hugo Chávez 1999, das ölreichste Land des Kontinents mit Hilfe seiner Revolution von Parteienfilz und Korruption zu befreien. Anfangs hatte er beachtlichen Erfolg, doch dann wurde aus der Demokratie ein korruptes autoritäres Regime.

Nach Fertigstellung dieser Sendung verschärfte sich die Situation dramatisch:

Präsident Ortega ließ durch die Wahlbehörde zwei regimekritische Parteien mit fadenscheinigen Gründen die Lizenz entziehen. Am 3. Juni 2021 wurde Cristiana de Chamorro, die aussichtsreichste Präsidentschaftskandidatin, der vermeintlichen Geldwäsche mit Hilfe ihrer Stiftung angeklagt und gegen sie Untersuchungshaft in absoluter Kontaktsperre verhängt. Am 5. Juni 2021 wurde auch Arturo Cruz, ein weiterer Präsidentschaftskandidat wegen angeblichen Vaterlandsverrats verhaftet. Die Opposition spricht bereits jetzt von einem systematischen Wahlbetrug und einem Staatsstreich von oben.

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