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Mediziner warnten Ende der 60er-Jahre, die vom Pharma-Konzern Schering entdeckte triebhemmende Substanz "Cyproteronacetat" Heranwachsenden zu verabreichen. Sie fürchteten langfristige Folgen.

Doch der ehemalige Ersatzdienstleistende Gebhard Stein erinnert sich, dass er 1972 dieses Versuchsmedikament regelmäßig drei Jugendlichen in der Behinderteneinrichtung der Diakonie Kork geben musste. Einem von ihnen wuchsen plötzlich Brüste. Er hieß Schorsch.

Das ehemalige Hauptgebäude der Diakonie Kork (Foto: SWR, SWR - Charly Kowalczyk)
Das ehemalige Hauptgebäude der Diakonie Kork, in der triebhemmende Pillen verteilt wurden. SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Der ehemalige Ersatzdienstleistende Gebhard Stein im Interview mit Charly Kowalczyk im Cafe 'Vis à Vis' in Schelklingen. SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Der ehemalige Ersatzdienstleistende Gebhard Stein telefoniert bei den Recherchen zu Schorsch. SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Panoramablick über Schelklingen, die Heimatstadt von Schorsch SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Blick vom Schelklinger Schlossberg ins Tal der Schwäbischen Alb SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Behinderteneinrichtung Samariterstift in Grafeneck SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Erinnerungstafel an die Opfer des Nationalsozialismus am Samariterstift Grafeneck SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Gedenkstätte am Samariterstift in Grafeneck SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
Das Haus Sternberg, letzte Wohnstätte von Schorsch im Samariterstift in Grafeneck. SWR - Charly Kowalczyk Bild in Detailansicht öffnen
In einem Blogeintrag der Diakonie Kork vom 10. März 2017 werden die Recherchen als „Fake News“ abgetan. http://fstefan1960.de/beitraege/page/4/ - Bild in Detailansicht öffnen

Die Dokumentation geht auf die Suche nach Schorsch, um zu erfahren, wie lange er den Triebhemmer nehmen musste, welchen Folgen das hatte und was aus Schorsch geworden ist. Die Recherchen ergeben zudem, dass Schering, das heute zu Bayer gehört, das Medikament auch in anderen Einrichtungen testete.

Mehr zum Präparat und Medikamentenversuchen

Wie steht es um die Verantwortung der Diakonie Kork und des Pharmakonzerns Bayer für die Versuche an den Jugendlichen?

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Auf der Suche nach Schorsch (1/5): Sex in der Anstalt

Gebhard Stein und Charly Kowalczyk fahren nach Kork, um erste Spuren von Schorsch zu suchen. Warum schien Anfang der 70er Jahre ein triebhemmendes Medikament überhaupt nötig?  mehr...

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Auf der Suche nach Schorsch (2/5): Triebhemmer ohne Rezept

Hinter dem Versuchsmedikament von 1972 verbarg sich ein Hormonpräparat. Was ist über seine Wirkungen und Nebenwirkungen bekannt? Wie könnte sich Schorsch dadurch verändert haben?  mehr...

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Auf der Suche nach Schorsch (3/5): Spielt Schorsch Fußball?

Anonym erhält der Autor wichtige Hinweise auf das Leben von Schorsch und erfährt seinen vollständigen Namen und Geburtsort. Dort hofft er Näheres zu erfahren.  mehr...

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Auf der Suche nach Schorsch (4/5): Recherche nach Aktenlage

Nach Aussage der Diakonie Kork gibt es keine Unterlagen mehr aus den frühen 70er Jahren. Um zu klären, was sich damals abgespielt haben könnte, recherchiert der Autor in einer anderen Diakonie, in der es noch Akten gibt.  mehr...

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Auf der Suche nach Schorsch (5/5): Schorsch, der Mensch

Gebhard Stein und Charly Kowalczyk gelingt es, die Familie von Schorsch ausfindig zu machen und mehr über sein Leben und Schicksal zu erfahren.  mehr...

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Videointerviews mit dem Autor und dem Zeugen Gebhard Stein

Der damalige Zivildienstleistende erinnert sich Gespräch mit Gebhard Stein

Gebhard Stein musste im Rahmen seines Zivildienstes in Kork Medikamente verabreichen.  mehr...

Der Autor über seine Recherche Gespräch mit Charlie Kowalczyk

Gespräch mit Charlie Kowalczyk  mehr...

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