Bühne

Wandlungsfähig und immer authentisch: Verena Altenberger erhält den Preis für Schauspielkunst 2022

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AUTOR/IN
Helen Roth

Die österreichische Schauspielerin Verena Altenberger erhält den Preis für Schauspielkunst 2022 auf dem Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen. Festival-Intendant Michael Kötz lobt in einer Mitteilung „die überragende Kunst einer jungen Frau, deren Karriere doch überhaupt erst begonnen hat“.

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Ein gutes Händchen bei der Rollen-Auswahl

„Ich freue mich wahnsinnig über diese Auszeichnung“, sagt Verena Altenberger. „Ich liebe alle Rollen so wahnsinnig, die ich spiele. Ich empfinde den Preis auch als Auszeichnung für diese Rollen, für diese Menschen, die ich spiele.“

Verena Altenberger hat ein gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Rollen. Immer wieder beweist die österreichische Schauspielerin dadurch ihre große Vielfalt und Wandlungsfähigkeit.

Seit zehn Jahren steht sie vor der Kamera und auf großen Schauspielbühnen. Jüngst überzeugte sie erneut als emanzipierte Buhlschaft an der Seite von Lars Eidinger im „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen.

„Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen 2022: Lars Eidinger in der Titelrolle und Verena Altenberger als Buhlschaft. (Foto: IMAGO, IMAGO / SKATA)
„Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen 2022: Verena Altenberger als Buhlschaft neben Lars Eidinger. IMAGO / SKATA

Im Polizeiruf 110 spielt sie die unbürokratische Oberkommissarin Elisabeth Eyckhoff. Und auch Comedy liegt ihr, wie sie in der Serie „Magda macht das schon“ anschaulich beweist. 

 In Ludwigshafen ist Altenberger doppelt zu sehen

Auf dem Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen ist sie gleich mit zwei Filmen vertreten: Im Liebesdrama „Gesicht der Erinnerung“ von Dominik Graf und im Heimatfilm „Märzengrund“ von Adrian Goiginger.

Verena Altenberger und der Regisseur gelten als österreichisches Dream-Team. 2017 gelang ihnen mit dem Film „Die Beste aller Welten“  der gemeinsam Durchbruch.

Besondere Beziehung zum Regisseur Adrian Goiginger

Ein sehr persönliches Drama, denn Verena Altenberger spielt dort Adrian Goigingers drogensüchtige Mutter, die ihre Sucht vor dem siebenjährigen Adrian verbergen will. Nicht nur deshalb verbindet die beiden eine besonders vertraute Beziehung. 

„Beim Schauspiel arbeitet man höchst persönlich mit eigenen Erlebnissen und Gefühlen. Mit Adrian habe ich diese sensible Sprache schon vor Jahren gefunden“, sagt Verena Altenberger.  „Wir kommen sehr schnell an den Punkt, wo es wehtut – also im positiven Sinne wehtut, zum Kern der Arbeit.“

Engagement für Solidarität und Gleichberechtiung

Generell ist der 34-Jährigen sehr wichtig, dass bei ihren Engagements die zwischenmenschliche Chemie und auch der Wertekanon übereinstimmen. 2021 übernahm sie zusammen mit dem Regisseur und Produzenten Arash T. Riahi die Präsidentschaft der Akademie des Österreichischen Films.

Die beiden verbindet der Wunsch nach Solidarität und Gleichberechtigung: „Wir verstehen Feminismus als normal grundlegende Reaktion auf eine Gesellschaft, in der noch nicht alle Menschen gleichberechtigt sind. Gleichstellung und Gleichberechtigung sind uns ein großes großes Anliegen, auch in der Akademie des Österreichischen Films.“

Auch jenseits der Bühnen und Fernsehkameras setzt sich die Schauspielerin für ihre Überzeugungen ein. 2015, als viele Menschen aus Syrien Schutz in Österreich suchten, nutze sie ihre Social-Media-Reichweite um Dolmetscherinnen, Kindersitze und Unterkünfte zu organisieren.

Schauspielerei als Bestes aller Lebensmodelle

Ein Leben ohne ihren Schauspielberuf wäre für sie trotzdem nicht denkbar: „Ich fühle mich wahnsinnig frei in meinem Beruf und ich habe das Gefühl, dass die Arbeit in der Kunst mir erlaubt, so große Amplituden zu fühlen, sagt Altenberger.

„Die große Sehnsucht nach Lebendigkeit hatte ich schon immer. Ich habe immer nach einem Lebensmodel gesucht, dass mir diese großen Gefühle erlaubt.“

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