Gespräch

„Wagner ist mein Netflix“ – Nibelungen-Regisseur Valentin Schwarz verweigert sich der TV-Ästhetik

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INTERVIEW
Marie Gediehn

Zwei Jahre mussten Valentin Schwarz und sein Ensemble warten, bis sie ihre Nibelungen-Inszenierung in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen zeigen durften. Aber die Zeit im Lockdown, in der andere nur Netflix geschaut haben, hat Schwarz genutzt: „Der Ring ist ein Mammutwerk. Da hat man nicht nur ein Bühnenbild und ein paar Kostüme, sondern tausend Details, an denen man feilt. Die zwei Jahre, die arbeiten in einem weiter. Der Ring, der ist nie zu Ende geschmiedet“, sagt der Regisseur in SWR2.

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Abend für Abend gibt es Neues zu entdecken

Es gehe darum, immer weiter nachzudenken und in sich hinein zu horchen, auch über die Premiere hinaus. „Das ist der Werkstattcharakter Bayreuth: da wird immer weitergearbeitet“, so Schwarz.

Netflix angeschaut hat Schwarz nach eigener Aussage nicht: „Wagner ist mein Netflix. Da gibt es keine andere Beschäftigung, und es ist eben nicht gemeint, dass man jetzt bei der Inszenierung in eine TV-Show Ästhetik abgleitet. Im Gegenteil, es geht darum, dass man diesen Figuren über verschiedene Abende begegnet und wie bei einer Serie in verschiedenen Episoden mitkriegt.“

Der Facettenreichtum von Wagners Nibelungensaga sei beeindruckend. „Es ist erstaunlich, dass doch 150 Jahre Aufführungsgeschichte auch in Bayreuth nicht den großen Nenner gebracht haben. Jeder Ring möchte etwas Neues, und jeder Ring bringt neue Erkenntnisse.“

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