Bühne

Theater für alle – Nationaltheater Mannheim zeigt „Der Diener zweier Herren“ auf einem mobilen Lastwagen mitten in der Stadt

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AUTOR/IN
Marie-Dominique Wetzel

Das Schauspiel des Mannheimer Nationaltheaters eröffnet die neue Spielzeit mit Carlo Goldonis Klassiker „Der Diener zweier Herren“. Regie führt das Kollektiv „hfs ultras“ aus Absolventinnen des ersten, rein weiblichen Regie-Jahrgangs der Ernst Busch Schule Berlin. Die Künstlerinnen lesen dieses Stück vor dem Hintergrund von wachsender sozialer Ungerechtigkeit und haben eine ungewöhnliche Spielstätte ausgewählt.

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Mobiles Theater mitten in der Stadt

„Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie es ist, zwei Jobs haben zu müssen, um über die Runden zu kommen – und das ist im Kulturbetrieb leider keine Seltenheit“, sagen Eunsoon Jung und Carolina Cesconetto vom Berliner Theater-Kollektiv „hfs_ultras“. Vor diesem gesellschaftskritischen Hintergrund inszenieren die beiden jungen Regisseurinnen jetzt Goldonis Klassiker „Der Diener zweier Herren“ für das Nationaltheater Mannheim.

Gespielt wird mitten in der Stadt, auf dem Theater-Truck des Mannheimer Nationaltheaters. Denn das Nationaltheater wurde wegen der anstehenden Sanierung aus seiner festen Spielstätte am Goetheplatz vertrieben.

„Wir wollen Theater für alle machen“

Auf der Ladefläche des Lastwagens wurde eine Guckkasten-Bühne montiert. Der Bühnenraum ist mit weißer Plane ausgekleidet und mit schwarzen Linien bemalt, die eine Sogwirkung entfalten.

Auf einem Lastwagen mitten im öffentlichen Raum zu spielen, ist eine besondere Herausforderung. Dennoch gefällt es dem Kollektiv, dass sie mit ihrer Inszenierung raus in die Stadt fahren können. Denn es passt zu ihrem Selbstverständnis und zu ihrer Vorstellung von zeitgemäßem Theater.

„Wir wollen Barrieren abbauen und Theater für alle machen“, sagen die Theatermacherinnen. Deswegen gibt es auch keine festen Ticketpreise für diese Inszenierung. Jeder zahlt einfach so viel er kann und will.

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