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Eine Verurteilung des Theater- und Opernregisseurs Kyrill Serebrennikow wäre fatal für die Kulturszene Russlands, glaubt die Kulturwissenschaftlerin und Menschenrechtsaktivistin Irina Scherbakowa im Vorfeld der Urteilsverkündung. „Wenn das Regime den Rubikon überschreitet, wissen alle, dass sie nicht mehr sicher sind“, sagt die Mitgründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial im Gespräch mit SWR2. Der Regisseur wurde am Freitag von einem Gericht der Veruntreuung von Fördergeldern für schuldig befunden.

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Serebrennikow habe zwar die Buchhaltung seiner Moskauer Theater-Plattform nicht im Griff gehabt, das rechtfertige aber nicht eine Verurteilung zu einer Haft in einem Straflager.

Scherbakowa will noch keine Parallelen zur Schreckens-Justiz der Stalinzeit ziehen, glaubt aber: Viele junge Kulturschaffende würden im Fall einer Verurteilung das Land verlassen. Es signalisiere: „Wir wollen Euch nicht, wir wollen eure Experimente nicht.“

Irina Scherbakowa ist Kulturwissenschaftlerin in Moskau und als Mitgründerin der Organisation Memorial eine der bekanntesten Menschenrechtsaktivistinnen des Landes.

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