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Für das Berliner Gorki Theater hat Sibylle Berg eine Tetralogie geschrieben. Angefangen 2013 mit „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen“, gefolgt 2015 von „Und dann kam Mirna“ und 2017 von „Nach uns das All“. Nun hat sie diese Serie abgeschlossen mit „Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden“.

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Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens das zur Frau, schließlich zur Mutter und endlich zu einer alten, desillusionierten Mittelständlerin in Zeiten des Neoliberalismus wird. Am Berliner Gorki Theater hat Sebastian Nübling, der auch die anderen drei Teile erarbeitete, nun den letzten Teil inszeniert.

Vier Darstellerinnen geben die Bilanz einer vom Dasein und sich selbst maßlos enttäuschten Frau als Sprechgesang oder in Solonummern wieder. Die Besetzung sei phantastisch – neben Katja Riemann brillieren die jungen Frauen des Gorki-Ensembles Svenja Lieasu, Anastasia Gubareva und Vidina Popov, so SWR2 Kritikerin Ina Beyer. Allerdings kämen sie als ewiger Chor nicht recht zur Geltung.

Das größere Problem aber sei der Text, der allzu selbstbezüglich sei. Es gehe um Frauen aus der gutsituierten Mittelschicht, die lauthals über sich selber lachen – nicht mehr und nicht weniger. Es würden zahlreiche Klischees reproduziert, fände aber keinerlei kritische Reflexion statt. Fazit: viel rhetorischer Lärm um nahezu Nichts.

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