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In Freiburg trifft Regie-Star Herbert Fritsch auf seinen alten Bekannten, den Intendanten Peter Carp. Bei ihm hat er in Luzern und Oberhausen seine ersten Schritte als Regisseur gemacht. Am Freiburger Theater inszeniert Fritsch – ganz Pandemie-Richtlinien-konform – eine Kammeroper des britischen Komponisten Peter Maxwell Davies: „Mr. Emmet takes a walk“ aus dem Jahr 2000.

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Premiere von "Mr. Emmet takes a Walk" am Theater Freiburg (Foto: Laura Nickel)
Mr. Emmet ist ein Mann mittleren Alters, brauner Anzug, brauner Hut, braune Aktentasche. Ein Unternehmer wahrscheinlich, denn man erfährt, dass er seine Firma für Industrieputzmittel an einen ungarischen Geschäftsmann verkaufen will. – Im Bild: Samantha Gaul und Michael Borth Laura Nickel Bild in Detailansicht öffnen
Die Bühne im Freiburger Großen Haus ist leer, Victoria Behr hat sie nach hinten durch eine bunt leuchtende Leinwand begrenzt, mal rosa pulsierend, die meiste Zeit tiefblau. – Im Bild: Michael Borth und Samantha Gaul Laura Nickel Bild in Detailansicht öffnen
Rosa und blau sind auch die Kostüme der Menschen, denen Emmet begegnet: eine Putzkolonne an einem Bahndamm, eine Unbekannte, mit der er sich in kürzester Zeit auf ein sexuelles Abenteuer einlässt, ein strenger Klavierlehrer bis hin zu seiner verstorbenen Mutter. – Im Bild: Samantha Gaul, Alexander Kiechle und Michael Borth Laura Nickel Bild in Detailansicht öffnen
Wer hier zusammenhängende Handlung oder Charakterstudien sucht, der bleibt ratlos. Die im Jahr 2000 uraufgeführte Kammeroper auf einen Text von David Pountney ist viel mehr eine sehr assoziative, sehr britische Revue über den Tod. – Im Bild: Michael Borth, Samantha Gaul und Alexander Kiechle Laura Nickel Bild in Detailansicht öffnen
Vor allem Sopranistin Samantha Gaul überzeugt in allen weiblichen Nebenrollen, die sie leicht und „entertaining“ interpretiert, was sich sehr gut mit dem lyrischen Bariton von Michael Borth in der Titelrolle ergänzt. – Im Bild: Michael Borth und Samantha Gaul Laura Nickel Bild in Detailansicht öffnen

Lohnenwerter surreal-bunter Spaziergang

Am Ende des „Spaziergangs“ von Mister Emmet stehen viele surreale Begegnungen, Anklänge an Johann Sebastian Bach oder Robert Schumann und ein Selbstmord. Gerade zum absurden Charakter des Stücks passt Herbert Fritschs unterhaltsam bunter Regiestil hervorragend. Allerdings riskiert er auch keinen allzu tiefen Blick in den Abgrund.

Die nächsten Vorstellungen von „Mr. Emmet takes a walk“ am Theater Freiburg sind am 17., 18. und 29.10.2020.

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