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Politik ist ein schmutziges Spiel — nicht zuletzt in den USA, wo die Kandidat*innen in den Wahlkämpfen Unsummen ausgeben und wo mit harten Bandagen gekämpft wird. Einen Einblick darin gibt das Theaterstück „Tage des Verrats“ am Staatstheater Mainz, adaptiert vom Kinofilm „The Ides of March“ von George Clooney mit Ryan Gosling.

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„The Ides of March" hieß der Polit-Thriller, den George Clooney 2011 gemeinsam mit Autor Beau Willimon verfilmte. Der Kinofilm basiert auf Willimons Theaterstück „Farragut North", in das er seine Erfahrungen als Mitarbeiter einer US-Präsidentschaftskampagne einfließen ließ.

Im Stück geht es um die Vorwahlen bei den US-Demokraten im Bundesstaat Iowa: Gouverneur Mike Morris will sich als Präsidentschaftskandidat durchsetzen. Und genau dabei sollen ihm Wahlkampfmanager Paul Zara und Pressesprecher Stephen Bellamy helfen.

Stephen, im eng geschnittenen Anzug mit zurückgegelten Haaren, ist erst 25 Jahre alt, aber ein gefragter PR-Profi. Cool und ausgebufft wirkt er, wenn er seine Deals mit der Presse macht — und doch hat Stephen, der aus einem kleinen Dorf kommt, noch echte Überzeugungen.

Der dichte Plot und die trotz Abstandsregeln dynamische Inszenierung sorgen zwei Stunden lang für beste Unterhaltung. Dem Ensemble ist die Freude am Spiel und an den Intrigen deutlich anzumerken.

Am Ende des Dramas ist Stephen desillusioniert und droht in Selbstmitleid zu versinken. Doch sein Credo lautet: „auch wenn ich verliere, bin ich ein Gewinner“. Folgerichtig tut er das, was man aus vielen Polit-Skandalen kennt: Weil er selbst fallengelassen wurde, zieht er andere mit in den Strudel.

Hannegret Kullmann

Das Staatstheater Mainz hat das Drama nun als deutschsprachige Erstaufführung inszeniert. Beau Willimon war auch Drehbuchautor der erfolgreichen US-Serie „House of Cards“.

Die nächsten Aufführungen von „Tage des Verrats“ am Staatstheater Mainz sind am 10., 11. und 12. Juni 2020.

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