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Erst komplizierte Sprachkritik, dann ein ungewohntes Christusbild: An der Oper Bonn kombiniert der Komponist Manfred Trojahn Hugo von Hofmannsthals Prosatext „Ein Brief“ und Beethovens „Christus am Ölberge“. Regisseurin Reinhild Hoffmann findet starke Bilder für die Vergänglichkeit.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

In seinem sogenannten Chandos-Brief von 1902 kritisiert der Dichter Hugo von Hofmannsthal wortreich den etablierten Sprachgebrauch, reflektiert die eigene Sprachkrise und Schreibhemmung. Aus Hofmannsthals „Ein Brief“ hat der Komponist Manfred Trojahn eine halbstündige „Reflexive Szene für Bariton, Streichquartett und Orchester“ gemacht, die nun an der Oper Bonn uraufgeführt wurde, kunstvoll verknüpft mit Ludwig van Beethovens einzigem Oratorium „Christus am Ölberge“.

Die Kombination von Trojahns „Ein Brief“ und Beethovens „Christus am Ölberge“ fordert die komplette Aufmerksamkeit: Erst komplizierte Sprachkritik, dann ein ungewohntes Christusbild. Ist die Kunst ein Trost, das Schicksal zu erdulden? Ein anspruchsvoller Stoff, für den Regisseurin Reinhild Hoffmann wunderbare Bilder findet.

Das Stück „Ein Brief/Christus am Ölberge“ von Manfred Trojahn in der Inszenierung von Reinhild Hoffmann läuft noch bis zum 11. April an der Oper Bonn.

Hörspiel Hugo von Hofmannsthal: Ein Brief des Lord Chandos - Remix

Die Ich-Erzählung aus dem Jahre 1902 gilt als eines der Meisterwerke deutschsprachiger Décadence-Literatur. Thema ist die künstlerische Sinnkrise. Dieser Remix nutzt eine Lesung von 1963 zur digitalen Neu-Dramatisierung. |

Stimme: Heiner Schmidt in einer SWF-Aufnahme von 1963 |
Ton und Technik: Martin Vögele |
Hörspieleinrichtung und Realisation: Manfred Hess |
(Produktion: Südwestrundfunk 2018)  mehr...

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Bühne Von Japan an den Bodensee: Wolfram Mehring inszeniert „Glückliche Tage“ in Konstanz

Auch mit knapp 90 Jahren treibt den Regisseur Wolfram Mehring die Frage nach dem Unbewussten, Nichtbewussten um. Nach seinem Konzept des „totalen Schauspielers“ unterrichtet und spielt Mehring nach wie vor weltweit, schult indische Regisseure, inszeniert im Kongo und in Thailand. Im Theater Konstanz inszeniert er „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett, den er während seiner Zeit in Paris noch kennengelernt hat. Die Regie-Skizzen für die Konstanzer Aufführung sind in Japan entstanden. Ein Mann, für den seine Unermüdlichkeit und sein Engagement auch im hohen Alter kein besonderes Thema zu sein scheinen.  mehr...

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