Bühne

„So kann Gleichberechtigung niemals gelingen“ – „Das Himmelszelt“ am Deutschen Theater Berlin

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AUTOR/IN
Ina Beyer

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Eine Jury aus Frauen steht im Mittelpunkt der neuen Inszenierung von „Das Himmelszelt“ von Regisseurin Jette Steckel am Deutschen Theater in Berlin. Angesiedelt im englischen Norfolk im Jahr 1759, gilt es herauszufinden, ob die junge, wegen Mordes zum Tode verurteilte Sally Poppy ein Kind erwartet. Wäre das so, bliebe ihr der Strang erspart, nicht aber die Deportation. In einer dunklen, holzvertäfelten Kammer stoßen sie aufeinander: die Frauen, fast alle selber Mütter, und Sally.

Auf der Bühne des Deutschen Theaters werden dafür vortreffliche Schauspielerinnen verschenkt, sagt SWR2-Theaterkritikerin Ina Beyer: „Das Himmelszelt schrumpft Frauen zu Gebärmüttern und macht aus Männern tumbe Toren. So kann Gleichberechtigung niemals gelingen", schließt Beyer ihre Kritik.

Gespräch „Klima-Aktivismus muss nerven!“: Volker Lösch inszeniert Stück mit „Letze Generation“-Aktivist*innen in Bonn

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Oper Wagners „Meistersinger“ in Frankfurt – Zwischen musikalischer Größe und kunstreligiöser Propaganda

Komödie und Kunstfeier, Deutscher Humanismus und antisemitische Gehässigkeit, musikalische Feinnervigkeit und Butzenscheibenromantik – Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ ist ein vielschichtiges und nicht ganz einfaches Opernwerk. Am „Opernhaus des Jahres“, der Oper Frankfurt, haben sich jetzt Regisseur Johannes Erath und der Dirigent Sebastian Weigle einer Neuinterpretation des Schwierigen gestellt. SWR2 Opernkritiker Bernd Künzig erlebte einen zwiegespalten Abend in Frankfurt. Der Widerspruch zwischen musikalischer Größe und kunstreligiöser Propaganda bleibt für ihn ungelöst, lässt sich aber wenigstens aushalten.

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Ina Beyer