Ursula Strauss erhält „Mario-Adorf-Preis“ der Nibelungenfestspiele Ausgezeichnete Brunhilde!

Interview am 16.6.2018 mit Ursula Strauss

Am 5. August haben die Nibelungen-Festspiele zum ersten Mal den Mario-Adorf-Preis für außergewöhnliche künstlerische Leistungen vergeben. Ausgezeichnet wurde die Schauspielerin Ursula Strauss, die war in diesem Jahr in der Hauptrolle der Burgherrin Brunhild zu sehen war. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert, als Trophäe gibt es eine silberne Stähle mit einem Drachenmotiv des Illustrators Hendrik Dorgathen.

Die österreichische Schauspielerin Ursula Strauss lebt in Wien, spielte im Tatort und auch schon in einer Hollywood-Produktion. Für die diesjährigen Nibelungenfestspiele übernahm sie Rolle der Brunhilde im Stück "Siegfrieds Erben" von Günter Senkel und Feridun Zaimoglu. Auf ihre Rolle freut sie sich, denn mit der Nibelungensage ist sie von Kindesbeinen an vertraut: "Ich komme aus Pöchlarn, der Heimat von Rüdiger von Bechelaren, der ja eine wichtige Rolle inne hat im Nibelungenlied."

In "Siegfrieds Erben" zusammen mit Jürgen Prochnow

Für die Österreicherin ist der Auftritt bei den Nibelungen-Festspielen das kein Zufall, : "Das erste, was ich gespielt habe, mit 12 Jahren beim Schattentheater, war Kriemhild. Dann habe ich Kriemhild einmal in der Hebbel-Fassung gespielt und dann die Lustigen Nibelungen in Kiel, eine Operette. Und dann kam dieses Angebot, und ich dachte: Ja, jetzt ist die Brunhilde dran."

"Brunhilde ist eine tolle Frauenfigur"

Was Ursula Strauss an dieser Rolle reizt? Das sei nicht schwer zu beschreiben: "Brunhilde ist eine tolle Frauenfigur, die viele Facetten hat - das ist sehr reizvoll." In Worms scheint sich ihre Begeisterung für die Nibelungen eher noch zu vergrößern. Sie genieße die Gegend, fahre in Worms gern mit dem Fahrrad. "Die verlaufen sehr lustvoll und kreativ", so die Schauspielerin vor der Premiere. "Das ist ein tolles Ensemble, ich fühle mich total wohl. Roger Vontobel ist ein toller Spielleiter. Wir haben es gut hier."

Auf der Bühne empfinde ich meine Schüchternheit nicht

Erstaunlich: Ursula Strauss bezeichnet sich selbst als schüchtern. Was zu ihrer Schauspielerei keinen Widerspruch darstelle: "Die Bühne ist für mich eine andere Form von Zuhause. Ich habe immer das Gefühl, ich sei ein Gefäß - und die Geschichten fließen durch dieses Gefäß hindurch. Dadurch bin ich nicht mit meiner Schüchternheit konfrontiert, weil es gar nicht um mich geht, sondern um den Inhalt und darum, Schmerz oder Liebe zu transportieren - was auch immer die Figur gerade erlebt."

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