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Samuel Koch hat bereits in der zweiten Spielzeit ein festes Engagement am Mannheimer Nationaltheater. An den Schauspieler im Rollstuhl hat sich das Publikum längst gewöhnt. Aber manchmal staunt der Theaterbesucher dann doch, was der 32-Jährige trotz seiner fast vollständigen Körperlähmung nach dem tragischen Unfall bei „Wetten, dass..?” auf der Bühne zaubert. Bei der Premiere von „Warten auf Godot“ ist Samuel Koch in einem Autoscooter unterwegs.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2
Samuel Koch als (böser) "Pozzo" (in "Warten auf Godot) mit Joystick im Autoscooter auf der Bühne - Nationaltheater Mannheim (Foto: SWR, Eberhard Reuß)
Samuel Koch als (böser) "Pozzo" mit Joystick im Autoscooter auf der Bühne Eberhard Reuß

Samuel Koch spielt den „Pozzo” in Becketts Bühnenklassiker „Warten auf Godot“, den Menschenschinder und Sklaventreiber, der in der Mannheimer Bühnenfassung im Autoscooter fährt. „Merkwürdig ist, dass man an solcher Macht irgendwie auch einen Reiz findet”, so Samuel Koch in SWR2 über seine Rolle. „Das stimmt mich fast ein wenig besorgt...”

Warten auf Godot am Nationaltheater Mannheim (Foto: Hans Jörg Michel)
Samuel Koch als Pozzo, zusammen mit Robin Krakowski als Lucky in der Mannheimer Bühnenfassung von Becketts Klassiker „Warten auf Godot”. Hans Jörg Michel

Samuel Beckett, „Warten auf Godot“ am Nationaltheater Mannheim. Aus dem Französischen von Elmar Tophoven. Premiere am 18. Oktober. Weitere Aufführungen am 19. und 26. Oktober, am 9. und 15. November 2019.

Bühne Statt Godot kommt Greta: „Warten auf Godot“ in Mannheim

Zwei Männer, ein Baum und ein abstrakter Erlöser namens Godot: In Mannheim wird Samuel Becketts Klassiker von 1953 mit Samuel Koch als „Pozzo“ anstelle eines abstrakten Lebensrätsels zur konkreten Zeitgeist-Deutung. „How dare you, I want you to panic“, dieses Greta-Thunberg-Zitat wird Becketts Figuren in den Mund gelegt. Vielleicht ist die Herausforderung, die der Klimawandel für die Gesellschaft bedeutet, tatsächlich so groß, dass sie immer wieder thematisiert werden muss. Auch im Theater. Aber für Aktivismus ist „Warten auf Godot“ schlichtweg der falsche Text.  mehr...

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Bühne Der Stehaufmensch Samuel Koch

Samuel Koch, in Wetten dass… 2010 verunglückt und seitdem querschnittsgelähmt, ist Schauspieler am Mannheimer Nationaltheater. Eberhard Reuß trifft ihn dort.  mehr...

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"Judas" Monolog von Lot Vekemans Samuel Koch als „Judas“ am Nationaltheater Mannheim

Samuel Koch gelingt am Mannheim Nationaltheater mit „Judas“ von Lot Vekemans ein anspruchsvoller Soloabend. Bekannt wurde der Schauspieler nach seinem Unglück bei "Wetten dass..?"  mehr...

Bühne Eine Farce über den Wert von Männern: „Die Orestie“ in Mannheim

Die Orestie“ von Aischylos gehört nicht nur zu den wenigen aus der Antike überlieferten Werken. Das Stück um Rache und Gerechtigkeit schildert auch den Übergang von einer archaischen Gesellschaft zum Rechtsstaat. Immerhin wird der Titelheld Orest gegen Ende freigesprochen – obwohl er seine Mutter getötet hat. So wird die „Orestie“ meist gedeutet. Wichtige Teile dieses Stoffes unterschlägt allerdings die Inszenierung von Philipp Rosendahl. Orest wird nur freigesprochen, weil er ein Mann ist und Frauenleben im antiken Athen weniger wert sind. Eine Orestie als Farce.  mehr...

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Bühne Olivia, Popeye und Intimlotion: „Liebe“ von Sivan Ben Yishai am Nationaltheater Mannheim

Die neue Hausautorin des Nationaltheaters Mannheim, Sivan Ben Yishai hat aus den Comic-Helden Olivia und Popeye ein modernes Paar gemacht: Das Stück „Liebe. Eine argumentative Übung“ schildert ihre ziemlich einseitige Paarbeziehung. Damit führt sich Ben Yishai am Nationaltheater Mannheim als streitbare und humorvolle Feministin ein. Aber ist das wirklich ein Text für die Bühne? Die fünf SchauspielerInnen geben in der Inszenierung von Jakob Weiss ihr Bestes, den Text mit Leben zu füllen. Packendes Theater sieht allerdings anders aus.  mehr...

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Gespräch Ulrike Stöck: „Kindern das Recht auf die eigene Geschichte geben“ - 40 Jahre Kinder- und Jugendtheater in Mannheim

„Schnawwl“ (kurpfälzisch für „Schnabel“) lautet der Kosename des Kinder- und Jugendtheaters in Mannheim. Am kommenden Wochenende feiert es seinen 40. Geburtstag und ist damit die älteste Kinder- und Jugendtheatersparte in Baden-Württemberg. „Wenn wir ein Stück für 6jährige auf dem Programm haben, haben wir den Vorteil, dass jedes Jahr neue 6jährige im Publikum sitzen“, sagt Intendantin Ulrike Stöck. Dennoch mache sich das Theater fortlaufend Gedanken über die eigenen Ziele und Aufgaben. „Der erzieherische Gedanke, der sowohl in Westdeutschland als auch in der DDR lange vorherrschend war, ist zum Glück einer größeren künstlerischen Offenheit gewichen.“ Am Wichtigsten sei es nach wie vor, Kindern einen Raum zu öffnen, selbst zu einer eigenen Meinung oder zu eigenem ästhetischen Geschmack zu kommen.  mehr...

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