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„Saal 600: Spurensuche“ – Hans-Werner Kroesinger inszeniert Stück über Nürnberger Prozesse

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„Den Ort, wo die Nürnberger Prozesse stattgefunden haben, in Verbindung zu bringen mit einer Theateraufführung zum Thema, das sollte man tun", so der Regisseur Hans-Werner Kroesinger, dessen neues Stück „Saal 600:Spurensuche“ im ehemaligen Schwurgerichtssaal im Nürnberger Justizpalast aufgeführt wird. Da, wo vor 75 Jahren die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse stattfanden.

Kroesinger und die Filmregisseurin Regine Dura sichteten 1000 Prozessdokumente, um den Prozess weiterzuerzählen. Denn es gäbe ja auch die Nachkriegsverbrecherprozesse, wo z. B. Otto Ohlendorf, Leiter der Einsatzgruppe Ost und verantwortlich für 90 Tausend Tote, angeklagt war. „Wir können an ihm weitererzählen, dass alle Verantwortung tragen, die an diesem System beteiligt waren“.

Die Nürnberger Prozesse gelten auch als die Geburtsstunde des Völkerstrafrechts. „In Nürnberg wurde erstmals das umgesetzt, was in Den Haag im Internationalen Strafgerichtshof seine Fortsetzung findet", so Kroesinger.

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