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Dieses Jahr ist alles anders in Worms — nicht nur wegen der Coronapandemie, die das Freilichttheater bei den Nibelungenfestspielen nur unter strengsten Hygienebestimmungen erlaubt. Geplant ist eine Uraufführung, die sich nicht mit der Nibelungensage beschäftigt, sondern mit „Luther“.

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500 Jahre Luther beim Wormser Reichstag

Anlass des inhaltlichen Auflugs ist natürlich das 500-jährige Jubiläum des berühmten Auftritts von Reformator Martin Luther beim Wormser Reichstag. Das Stück „Luther“ hat der Schweizer Autor Lukas Bärfuss geschrieben. Die Ungarin Ildikó Gáspár wurde als Regisseurin verpflichtet.

Nibelungenfestspiele Worms (Foto: Pressestelle, Bernward Bertram)
v. l.: Lukas Bärfuss, Ildikó Gáspár, Jürgen Tarrach, Sunnyi Melles Pressestelle Bernward Bertram

In guten wie in schlechten Zeiten haben sich Lukas Bärfuss und Ildikó Gáspár dem Menschen Luther, seinen Ideen und seinem geistigen Erbe angenommen. Respekt oder gar Angst hat Gáspár vor dieser Lichtgestalt nie gehabt, sagt sie.

Die Reformation bis heute

Büchnerpreisträger und Autor des Stücktextes Lukas Bärfuss hingegen hatte tatsächlich Respekt vor der Aufgabe, der Figur Luther in einem Drama gerecht zu werden: Wochenlang hat er Luthers Schriften studiert und sich, wie er sagt, auf die Suche nach den Frauen während der Reformation gemacht.

Auch die Auswirkungen von Luthers Idee bis heute und die Dynamiken der Reformation werden beleuchtet: Es gehe um Populismus und Extremismus, um die Verantwortung des Individuums und die der Gesellschaft.

Luther zeigen — ohne ihn zu zeigen

Vielleicht überrascht, dass die Rolle des Luther dabei im Stück nicht besetzt wurde, oder überhaupt selbst auftritt. Seine Präsenz wird stattdessen durch die anderen Figuren herausgearbeitet, die unter anderem mit Sunnyi Melles und Jürgen Tarrach hochkarätig besetzt sind.

Die Festspiele finden voraussichtlich vom 16. Juli bis 1. August 2021 in Worms statt.

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