STAND
AUTOR/IN

Mit dem Stück von Peter Weiss zeigt die Württembergische Landesbühne Esslingen den Dichter Friedrich Hölderlin als Menschen, der seinen hohen Idealen alles unterordnet, Liebe und Freundschaften. Am Stück von Peter Weiss, der den Dichter in kritische Distanz von Hegel, Schelling und Goethe, ja in die Nähe von Marx und Revolution rückt, interessiert Regisseur Klaus Hemmerle vor allem Hölderlins Idealismus, seine Bereitschaft zu Einsamkeit und Konflikt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2
Hölderlin, Württembergische Landesbühne Esslingen (Foto: Württembergische Landesbühne Esslingen / Patrick Pfeiffer)
Lucijan Gudelj als Schmid, Claus Becker als Schelling, Florian Stamm als Hegel, Maria João Kreth d’Orey als Sinclair. Dahinter stehend: Marcus Michalski als Hölderlin und Kim Patrick Biele als Neuffer. Württembergische Landesbühne Esslingen / Patrick Pfeiffer

„Hölderlin” von Peter Weiss: Favorit der Theater-Saison 1971

Hölderlin, Hegel, Schelling bilden den Kern eines kleinen, rebellischen Clubs am Tübinger Stift. Alarmiert von der um sich greifenden Revolutionseuphorie, eilt Herzog Karl Eugen von Württemberg ins Stift, um für Ruhe zu sorgen. Das Hölderlin-Stück von Peter Weiss wurde 1971 in Stuttgart uraufgeführt und laut „Spiegel“ zum Favoriten der Theatersaison. Nicht weniger als 16 Bühnen landauf landab setzten es damals auf ihren Spielplan, ehe es in der Schublade verschwand.

Hölderlin, der schwäbische Dichter, wird darin als Jakobiner gefeiert, als unbeirrbarer Revolutionär, der sich vor dem Zugriff einer autoritären Staatsgewalt ins Verstummen rettet.

Hölderlin, Württembergische Landesbühne Esslingen (Foto: Württembergische Landesbühne Esslingen, Patrick Pfeiffer)
Martin Theuer als Sänger, Maria João Kreth d’Orey als Sinclair und Kim Patrick Biele als Neuffer. Claus Becker als Schelling, Marcus Michalski als Hölderlin und Florian Stamm als Hegel. Württembergische Landesbühne Esslingen, Patrick Pfeiffer

Der Kommunismus von Peter Weiss „hat uns nicht so interessiert”

Regisseur Klaus Hemmerle: „Peter Weiss schließt so kurz: Hölderlin war Jakobiner, also war er auch Kommunist. Also weist er voraus in eine strahlende Zukunft. Das hat uns alles nicht so interessiert, sondern die brüchigen Situationen, die Hölderlin aufsucht, diese Konfliktherde. Und ich glaube, da bekommt man schöne Facetten von Hölderlin oder von den Hölderlin-Versionen, die existiert haben, miterzählt.“

„Hölderlin” von Peter Weiss an der Württembergischen Landesbühne Esslingen. Die nächsten Aufführungen am 16. und 18. Januar sowie am 13. Februar 2020.

STAND
AUTOR/IN