Bühne

Romanadaption mit Graustufen: „Nichts, was uns passiert“ am Theater Trier

STAND
INTERVIEW
Max Knieriemen

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Bei Jonas und Anna steht Aussage gegen Aussage. Sie bezichtigt ihn einer Vergewaltigung, er streitet das ab. So der Konflikt in Bettina Wilperts Roman „Nichts, was uns passiert“. Das Theater Trier hat den Stoff für die Bühne adaptiert. Dabei sollten beide Standpunkte gleichberechtigt dargestellt werden, erklärt Dramaturg Philipp Matthias Müller im Gespräch mit SWR2.

Ihm geht darum, „dass unser Publikum aus dem Abend geht und sich gar nicht für eine Seite entscheiden kann, denn das Thema ist kein Schwarz-Weiß-Thema.“

Miteinander im Gespräch bleiben

So eine Situation ließe sich, wenn überhaupt, nur auflösen, wenn beide Seiten miteinander im Gespräch blieben. Was vielen zunehmend schwer falle, so Müller:

„Wir haben das Gefühl, dass wir immer erhitzter diskutieren und Fronten immer verhärteter werden und was uns fehlt, ist eine ordentliche Diskussionskultur.“

Bühne Eine Frage der Identität – Theater Trier führt „Vögel“ in vier Sprachen auf

Das Stück „Vögel“ von Wajdi Mouawad steht und stand in den vergangenen Jahren auf vielen Theaterspielplänen der Republik. Das Werk verknüpft den Nahostkonflikt mit der Familien- und Liebesgeschichte von Menschen, die aus Deutschland, den USA, Israel und den Palästinensergebieten kommen. In der Trierer Inszenierung sprechen die Figuren nicht nur Deutsch und Englisch, sondern auch Arabisch und Hebräisch. Für das Ensemble eine neue Erfahrung und eine große Herausforderung.

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SWR2 Zeitgenossen Susanne Linke, Grande Dame des Deutschen Tanztheaters

Die Choreografin und Tänzerin Susanne Linke hat den zeitgenössischen Tanz in Deutschland und Europa in den letzten Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt. Die Schülerin von Mary Wigman ist seit den 1970er-Jahren aktiv und gehört mit Pina Bausch, Johann Kresnik und Reinhild Hofmann zu der einzigartigen Generation, die das deutsche Tanztheater entwickelt hat. Linke erhielt internationale Beachtung und zahlreiche Preise für ihre choreografische Arbeit. Sie arbeitete als Tänzerin und Choreografin für renommierte Theater und Ensembles auf der ganzen Welt. Im Laufe ihrer Karriere gründete sie selbst zahlreiche erfolgreiche Tanzkompanien. Susanne Linke hat eine eigene Trainingsmethode entwickelt, die sie immer noch unterrichtet. Bis zum Ende der Spielzeit 2017/2018 ist sie künstlerische Leiterin der Sparte Tanz am Theater in Trier.

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Musik Wie antisemitisch war Hans Pfitzner? Streit in Trier um ein Konzert zum 150. Geburtstag

Sollte man den NS-nahen Komponisten Hans Pfitzner zum 150. Geburtstag mit einem Konzert ehren? Der Trierer Konzertchor wollte die Kantate „Von deutscher Seele“ von 1921 aufführen. Die füge sich gut in das Thema des Mosel Musikfestivals, "Heimaten". Nur fehlt jetzt das Geld dafür, denn das Festival und auch der Musiksommer Rheinland-Pfalz, das Theater Trier und der Trierer Kulturdezernent zogen sich von dem Projekt zurück. Jetzt tobt in Trier ein Streit, ob Pfitzners Antisemitismus ästhetisch oder rassistisch begründet war.

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SWR2 Buch der Woche vom 12.8.2018 Wilpert, Bettina: Nichts, was uns passiert

Eine Feier. Alkohol. Ein Kuss. Und dann eine Situation, die entgleitet, die zwei Leben entgleisen lässt: Bettina Wilpert erzählt in ihrem ersten Roman „Nichts, was uns passiert“ von einer mutmaßlichen Vergewaltigung – und den dramatischen Folgen.

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