"Der Glöckner von Notre Dame" | Musical-Premiere in Stuttgart Überraschend gutes Disney-Musical

Kulturgespräch am 19.2.2018 mit Kulturredakteurin Martina Klein

"Der Glöckner von Notre Dame" als Musical, als Love-Story. Kann das funktionieren? Vor 20 Jahren machten die Disney-Studios aus dem Roman-Klassiker von Victor Hugo einen Zeichentrickfilm. Auf der Basis von Buch und Film entstand ein bislang eher erfolgloses Musical. Doch der Stuttgarter Glöckner ist "überraschend anders, alles andere als Disney-Konfektion", meint SWR2-Kritikerin Martina Klein.

Die Inszenierung

Ein Pluspunkt der Inszenierung: Sie reduziert auf das Wesentliche. Die zweieinhalb Stunden spielen überwiegend im Inneren der Kathedrale von Notre Dame de Paris. Die Inszenierung, erarbeitet von einem Theater in San Diego, verzichtet fast völlig auf Spezialeffekte und Bühnentheater.

SWR2-Kritikerin Martina Klein: "Überraschend anders, alles andere als Disney-Konfektion".

Die Hauptdarsteller

Auch die Hauptdarsteller überzeugen, so Martina Klein. Felix Martin als Dompropst Claude Frollo und David Jakobs als Quasimodo "sind gesanglich wie darstellerisch sehr stark".

Die Musik

Kleine Abstriche macht SWR2-Kritikerin Martina Klein bei der Musik: "Wo Alan Menken draufsteht, ist auch Alan Menken drin. Man kennt seinen Sound, man kennt seine Melodien aus ,Die Schöne und das Biest' - aber nicht ein Ohrwurm bleibt hängen beim Glöckner von Notre Dame."

asdfDie Interpretation

Die Inszenierung sucht viele aktuelle Zeitbezüge. "Texter Michael Kunze hat immer ein Gespür für die Themen der Zeit", beobachtet Martina Klein. Rassismus, Ausgrenzung, Flucht und Vertreibung spielen eine Rolle - und mit Blick auf den Glöckner die Frage: "Was macht uns zu Behinderten - und was nicht?"

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