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In den Augen des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro seien die Stammesgemeinschaften der Ureinwohner im Amazonas-Regenwald letztlich „alles Überflüssige“, so der Regisseur Milo Rau in SWR2 zu Eindrücken seiner Theaterarbeit dort.

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Ein „kapitalistischer, brutaler Staat“ treffe dort auf eine an traditionellen Werten orientierte Gesellschaft. Es liege letztlich sogar im Kalkül des Präsidenten, die indigenen Einwohner der Corona-Pandemie auszusetzen. Sie könnten sich dagegen kaum zur Wehr setzen und verfügten über keinerlei medizinische Einrichtungen. Deshalb, so Milo Rau, wolle er diesen Konflikt im antiken Stoff der „Antigone“ abbilden, die Heldin als indigene Aktivistin zeigen, den Chor als Gemeinschaft der „Landlosen“ in Brasilien.

Sein Theaterprojekt, „Antigone“ im Amazonas-Gebiet zu spielen, hat der Regisseur wegen der Corona-Pandemie allerdings vorläufig auf den November verschieben müssen.

Milo Rau ist Regisseur und Theaterautor, er leitet das NTGent. Am 24. Mai soll er in Landau mit dem rheinland-pfälzischen Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet werden.

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